„Diejenigen, die in spirituellen Begriffen sprechen, bezeichnen Gott routinemäßig als Schöpfer, verstehen „Schöpfer“ aber selten als wörtliche Bezeichnung für „Künstler“. Ich schlage vor, dass Sie den Begriff „Schöpfer“ ganz wörtlich nehmen. Sie streben eine kreative Allianz an, auf der Ebene von Künstler zu Künstler, mit dem großen Schöpfer. Die Annahme dieses Konzepts kann Ihre kreativen Möglichkeiten erheblich erweitern.“
--Julia Cameron, „Der Weg des Künstlers“
Durch ein etwas ungeschicktes Missgeschick mit meinem Smartphone hat mich das Universum kürzlich sanft berührt und mich in den universellen Fluss von Fülle und Kreativität eingeladen.
Ich wollte eigentlich einer gewissen Julia, die ich kenne, eine SMS schicken, aber mein Smartphone hatte sich für eine andere Julia als Empfängerin entschieden. Meine Nachricht enthielt ein kleines Kunstwerk – ein paar Blumen, die ich aus Stoffresten und Knöpfen gebastelt hatte. Ein schöner, kleiner kreativer Moment, entstanden aus einem Bild auf einer Karte, einem Spaziergang am Straßenrand, wo ich ein paar weggeworfene Friedhofsblumen fand, und der Freude an einem sonnigen Morgen ganz für mich allein mit Papier und Kleber.

Die Julia, die meine SMS tatsächlich erhalten hatte, antwortete, dass die Kunst sie an „Der Weg des Künstlers“ erinnerte. Sie fragte mich, ob ich das Buch jemals gelesen hätte. Hatte ich nicht, aber neugierig geworden, suchte ich danach und fand mich plötzlich in einer Art „dünnem Schleier“ wieder. Hier sprach jemand aus den Seiten eines Buches, der einen Weg der Erleuchtung beschritten und in Verbundenheit mit der schöpferischen Energie des Lebens gelebt hatte. Ich bestellte das Buch sofort.
Mein ganzes Leben lang trug ich eine schüchterne, verborgene Künstlerin in mir. Als kleines Mädchen erinnere ich mich lebhaft an meine tiefe Verbundenheit mit dem Schöpfer. Diese Verbundenheit war meine geheime Sprache der Kommunikation mit Vögeln und Bäumen, Katzen und Hunden, Kuhweiden, Steinen und Bächen und so weiter. Alles in der Natur war für mich lebendig. Heute bezeichne ich mich stolz als Teil der Gemeinschaft derer, die die Stimme der Natur überall um sich herum hören und sehen. Doch in meiner Kindheit war ich ganz allein.
Doch schon damals spürte ich, dass es da draußen andere Seelen gab, die diese Sprache hören und sprechen konnten. Poesie und Literatur waren mein Lebenselixier. Ich hatte das Glück, ein Haus voller Bücher, Zeitschriften und Schallplatten zu besitzen. Ich besaß sogar einen eigenen Bibliotheksausweis. Die Worte, die ich in den Büchern fand und die aus dem Plattenspieler erklangen, waren Lichter in der Dunkelheit; die Sterne, die meiner Seele den Weg wiesen.
Mein Leben lang habe ich die Weisheiten anderer gesammelt, Tagebücher und Zettel voller Zitate, in denen das Universum direkt zu meiner Seele sprach. Im letzten Jahrzehnt hat meine eigene poetische Stimme begonnen zu sprechen. Und nun führe ich auch Tagebücher und Zettel voller Botschaften, die ich empfange.
Die Entdeckung von Julia Camerons Buch „Der Weg des Künstlers“ schloss für mich einen Kreis. Ein zentraler Bestandteil ihres Prozesses, ein Kanal für „spirituelle Energie“ zu werden, besteht darin, sich mit anderen zusammenzuschließen und ein kreatives Netzwerk zu bilden, in dem sich die Mitglieder gegenseitig in ihrer kreativen Entfaltung unterstützen.
Letzten Dezember schrieb ich ein Gedicht, inspiriert von einem Online-Kreis, dem ich angehöre. Diese kleine Frauengruppe trifft sich regelmäßig. Wir teilen unser Leben, unsere Gefühle und unsere kreativen Ausdrucksformen und versuchen dabei, den Fluss des Lebens anzunehmen, was auch immer er uns bringen mag.
Als sich das Jahr 2020 dem Ende zuneigte, wurde jeder im Kreis eingeladen, über seinen inneren Zufluchtsort nachzudenken. Dabei entstand bei mir ein Gedicht, das ich dem lebendigen Geist unseres Kreises widmete, in dem unsere individuellen Zufluchtsorte wie die Blütenblätter einer Blume von einem Zentrum aus erblühen – dem gemeinsamen Zufluchtsort, den wir erschaffen, wo sich unsere Seelen berühren.
Mein innerer Zufluchtsort
Diesen Ort kann nur ich betreten.
durch die Geheimtür
meines Herzens
ein Farbrad-Kaleidoskop
von Blau- und Violetttönen
mit kühnen orangefarbenen Blüten
Sie verströmen ihren Duft nach Ingwer, Limette und Koriander
spiralförmig durch die Kammern
Hier wird Musik gespielt
dieses Chorkammerstück
dessen Eröffnung mich zu Tränen der Dankbarkeit rührte.
Etwas so Schönes quillt aus den Mundstücken.
sowohl Mensch als auch Messing
Hier wird Poesie gesprochen
Mary Oliver
flüstert Geheimnisse des Universums
in Jane Hirschfields Ohr
während John O'Donohue
spricht Segen über uns alle aus
Ich komme oft hierher.
mit meinen Freunden und Lehrern zusammenzusitzen
real und imaginär
um die Leere in meinem Herzen zu füllen
unerwartet geleert
als ich mich umdrehte, um den Mond zu betrachten
***
Inmitten dieser herausfordernden Zeiten mögen wir alle unsere Herzen mit Gleichgesinnten verbinden und neue Wege in unserem Bewusstsein beschreiten, „durch die die schöpferischen Kräfte wirken können“. Möge jeder von uns seine eigene Form spiritueller Kraft entdecken – und unsere Welt erleuchten.
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4 PAST RESPONSES
A beautiful reminder to nourish 'the sanctuary within'. the only guaranteed solace in lives that fluctuate through such a dance of chaos to stagnation and everything in between - thank you!
Reading “The Artist’s Way” changed my life for the better!
Indeed, we are all creators, discovering our art is part of The Journey. I am a storyteller, which includes occasional written word (short stories, prose, and poetry). It started as a young child and has evolved into this season as septuagenarian. I expect it to continue.
Feeling this deeply, thank you! So grateful to be involved in several creative pursuits in Storytelling, Poetry and Healing Arts collaborations <3