Wissenschaftler bestätigen nun, was viele indigene Völker und Mystiker schon lange wissen: Die Welt besteht aus Klang. Alles um uns herum und in uns besteht aus schwingender Materie. Als Liedermacherin lausche ich stets den Liedern, die bereits da sind. Meine Aufgabe ist es, diese leisen Eingebungen aufzufangen und ihnen Form zu geben.
Im Boden, in den Flüssen und in den Bäumen wohnen Lieder.
Und die Ohren deines Herzens können sie hören.
Und manche erwachen im Zusammentreffen der Blicke zum Leben.
Wenn Sie sich die Zeit nehmen, sie anzusehen.
Meine Hände sind vor Kälte ganz ungeschickt, während ich diese Worte tippe.
Heute Morgen – wie jeden Morgen – begann ich meinen Tag mit einer acht Kilometer langen Wanderung von meinem Zuhause hinunter ins Tal des St. Croix River. Am Flussufer angekommen, sang ich einige Andachtslieder und sprang in das herrlich kalte, klare Wasser. Es fällt mir nicht mehr schwer, ins kalte Wasser zu gehen. Mein Körper begrüßt es nun, und das prickelnde Gefühl danach ist unbeschreiblich schön.
Seit ich vor einem Jahr in diese kleine Stadt am Fluss im Nordwesten Wisconsins gezogen bin, verbringe ich jeden Tag Stunden im Freien. Jeden Morgen bin ich aufs Neue beeindruckt, zwischen über eine Milliarde Jahre alten Steinen zu wandeln und unter uralten Kiefern zu verweilen. Ich beobachte, wie das Morgenlicht auf der Wasseroberfläche spielt. Ich begegne immer wieder denselben Weißwedelhirschen, sehe Weißkopfseeadler flussaufwärts fliegen und beobachte Biber beim Frühstück. Dieses Land, dieses Wasser lehren mich eine tiefere Geschichte.
Die Lieder sind mir im Blut, sie lassen mich nicht in Ruhe
Aufruf zur Schöpfung
Und manche, die auf dem flüsternden Wind fliegen
Auf der Suche nach der Inkarnation.
Immer wenn ich meine Aufmerksamkeit in die Welt hinaus richte, begegnet sie einer Welle überschwänglicher Großzügigkeit.
Immer wenn ich hinschaue, sehe ich etwas Wunderbares.
Immer wenn ich Musik höre, umgibt mich die Musik.
Immer wenn ich tief einatme, rieche ich in meiner Nase die Ausdünstungen der Schöpfung.
Es passiert jedes Mal .
Wie kann das sein?
Meine Freundin Julie Brown schöpft ebenfalls tiefe Inspiration aus ihrem Wohnort, etwa eine Stunde nördlich von mir. Als „poetische Fotografin“ hält sie die kleinen Wunder des Alltags mit ihrer Kamera fest. Seit Jahrzehnten geht sie mit offenen Augen und offenem Herzen in die Wälder vor ihrer Haustür, um die dortigen Wunder zu sehen und zu dokumentieren.
Ihre Arbeit ist in erster Linie eine spirituelle Praxis. Demütig und hingebungsvoll öffnet sie sich dem tiefen Sehen, und das Leben in all seinen Facetten antwortet ihr mit einer Fülle von Wundern. Julie teilt täglich ein Bild und ein Zitat auf ihrer Tumblr-Seite http://julesofnature.tumblr.com und auf Instagram @julesofnature.
Julie und ihre Arbeit kennenzulernen, hat mir einen tieferen Blick ermöglicht. Diese tiefere Sichtweise wiederum prägt mein Schreiben von Liedern und Gedichten. Wir befinden uns in einem freudvollen Tanz gegenseitiger Inspiration.
Es gibt Lieder, die auf den tanzenden Gezeiten reiten.
Dieser Strudel durch alle Ozeane
Und manche, die im bitteren Samen träumen
Diese Trauer wird eine Kettenreaktion auslösen.
Wenn ihre Bilder und meine Lieder aufeinandertreffen – wie im Musikvideo „There Are Songs“ –, vereinen sie sich zu einem Lobgesang auf das Leben selbst. Danke, Julie. Danke, Leben!
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Für weitere Inspirationen nehmen Sie am kommenden Samstag am Awakin Call mit Barbara McAfee zum Thema „Stimmen über Schwellen hinweg begleiten“ teil. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.
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Thank you Barbara for your beautiful reminder of the gifts of nature and song. Thank you for your lovely collaborative video with Julie too. A gorgeous way to start today 💚