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Einen Stillen Segen Aussprechen

Ich glaube, der beste Weg, das Aussprechen von Segenssprüchen zu verstehen, ist, einfach ein paar auszusprechen. Die Übung selbst wird dir alles Nötige beibringen. Fang mit etwas an, das dir gefällt. Selbst ein Stock, der auf dem Boden liegt, genügt. Zuerst solltest du ihm deine Aufmerksamkeit schenken. [...] Je bewusster du wirst, desto mehr Segenssprüche wirst du entdecken. Wenn du den Stock lange genug betrachtest, wirst du ihn unweigerlich zu einer Figur in deiner eigenen Geschichte machen. Er wird dich an jemanden erinnern, den du kennst, oder an ein Möbelstück, das du einmal in einem Bastelladen gesehen hast. An diesen Assoziationen ist nichts auszusetzen, nur führen sie dich vom Stock weg und zurück zu dir selbst. Um einen Segen über etwas auszusprechen, ist es wichtig, es so zu sehen, wie es ist.

Welchem ​​Zweck diente dieser Stock? Saß ein Vogel darauf? Trug er Blätter, die den Boden vor der sengenden Sommersonne schützten? Zumindest aber war er Teil des tiefen Geheimnisses, Wasser aus dem Boden zu ziehen und dabei scheinbar der Schwerkraft zu trotzen, um seine Blätter mit Feuchtigkeit zu versorgen. Wie schafft das ein Stock, besonders einer von dieser Größe? Riech daran. Ist der Duft von Pflanzensaft noch wahrnehmbar?

Dies ist nichts Geringeres als die Arterie eines Baumes, die du in deiner Hand hältst. Ihr Gewebe stammt von der Sonne und der Erde. Lege sie zurück an ihren Platz, und sie wird wieder zu Erde. Staub zu Staub und Asche zu Asche. Möchtest du vorher ein Gebet sprechen? Niemand kann dich hören, also kannst du sagen, was immer du willst. [...]

Wie ich bereits sagte, wird dir die Übung selbst alles Wichtige beibringen. Beginne, positive Energie zu spenden, und du wirst wahrscheinlich Dinge bemerken, die dir vorher nie aufgefallen sind. Wenn du das nächste Mal am Flughafen bist, versuche, die Menschen am Abfluggate mit deinen guten Wünschen zu segnen. Jeder von ihnen hat mit etwas Wichtigem zu tun. Siehst du die Mutter, die versucht, ihren quirligen Zweijährigen zu beruhigen? Siehst du den Jungen mit den Pockennarben und dem dicken Bauch? Auch wenn du nicht genau weißt, was sie beschäftigt, kannst du ihnen trotzdem Mitgefühl zeigen. Sie sind unterwegs, genau wie du. Auch sie befinden sich auf der Durchreise und wissen genauso wenig wie du, was sie am Ziel erwartet.

Sprich einen stillen Segen und achte auf die Atmosphäre zwischen dir und dem anderen Menschen, zwischen all den anderen. [...] Ich sage nur, dass jeder das kann. Jeder kann darum bitten und jeder kann segnen, ob jemand ihn dazu ermächtigt hat oder nicht. Ich sage nur, dass die Welt dich braucht, denn es herrscht ein wahrer Mangel an Menschen, die bereit sind, überall niederzuknien und die Heiligkeit zu erkennen, die ihre manchmal knochige, oft zärtliche, immer lebensspendende Hand über ihren Köpfen ausstreckt. Dass wir einander überhaupt segnen können, ist ein Beweis dafür, dass wir gesegnet wurden, ob wir uns daran erinnern können oder nicht. Dass wir bereit sind, einander zu segnen, ist ein Wunder, das selbst die Sterne erzittern lässt.

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COMMUNITY REFLECTIONS

1 PAST RESPONSES

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Toni McClendon May 9, 2016

Thank you for this blessing. All are blessed with the breath of life and we share this blessing with each other's as we walk through this earth.