Back to Stories

Als Die Lichter Ausgingen

Einmal war ich mit einer Gruppe Fremder in Indien. Ich hielt gerade eine Präsentation, als der Strom ausfiel. Es war ein dunkler Saal, und ich war mit zwei Kollegen zusammen. Mir war das total peinlich, weil wir all diese Leute eingeladen hatten. Es war ein öffentlicher Vortrag, und wir konnten nichts dagegen tun. Unser Mikrofon war weg. Es gab kein Licht. Alle saßen im Dunkeln, und ich dachte nur: „Oh mein Gott!“

Weißt du, wenn der Strom ausfällt, hat man das Gefühl, man sollte die Situation im Griff haben, schließlich ist man ja Gastgeber. Mir war das so peinlich, und wir haben einfach weitergemacht, im Dunkeln geredet und gehofft, dass die Leute bleiben würden. Es war wirklich absurd. Es gab ja keine Fenster. Nichts. Es war ein stockdunkler Saal.

Plötzlich hielt ein Mann im Hintergrund sein Handy hoch und schaltete das kleine Licht an seinem Handy ein.

Zwei weitere Personen.

Drei Personen.

Dann kam das gesamte Publikum herein, und jeder leuchtete uns mit dem Licht seiner Handys an. Der ganze Saal war hell erleuchtet.

Und so holte ich mein Handy heraus und machte ein Foto von allen, die mich mit ihren Taschenlampen anstrahlten:

Es war ein wunderschöner Anblick – das Gefühl, dass wir alle im selben Boot sitzen. Dass niemand die Schuld trägt, wir einfach alle hier sind und uns gegenseitig unterstützen.

Es war das schönste Gefühl der Liebe von Fremden, das ich je erlebt habe.

Share this story:

COMMUNITY REFLECTIONS