Es gibt eine Güte, die tief in den Dingen wohnt; sie herrscht überall, oft an den unerwartetsten Orten. Die Welt kann rau und negativ sein, doch wenn wir großzügig und geduldig bleiben, offenbart sich die Güte unweigerlich. Etwas Tiefes in der menschlichen Seele scheint von der Gegenwart der Güte abzuhängen; etwas Instinktives in uns erwartet sie, und sobald wir sie spüren, können wir vertrauen und uns öffnen. Hier in Conamara sind die Berge karg und dunkel; sich selbst überlassen, würden sie eine düstere Atmosphäre erzeugen. Doch überall ringsum und dazwischen erstrecken sich Seen. Die Oberfläche dieser Seen fängt die Nuancen des umgebenden Lichts ein und erzeugt so subtile Farbschattierungen. Dadurch verleiht ihre Präsenz der gesamten Landschaft einen Hauch von Wärme und Fantasie. Würden wir nicht spüren, dass eine letztendliche Güte herrscht, fühlten wir uns wie Außenseiter, umgeben von einer Welt, zu der wir keine wirklichen Brücken bauen könnten.
Das Wort Freundlichkeit klingt sanft und lässt die Gegenwart mitfühlender Güte erahnen. Wenn jemand freundlich zu dir ist, fühlst du dich verstanden und gesehen. Es gibt kein Urteil, keine harte Wahrnehmung. Freundlichkeit hat gütige Augen; sie ist nicht kleinlich oder konkurrenzorientiert; sie will nichts für sich selbst. Freundlichkeit berührt dein Herz tief im Inneren; sie vermittelt dir das Gefühl, dass deine Verletzlichkeit, obwohl sie sichtbar wird, nicht ausgenutzt wird; vielmehr wird sie zu einem Anlass für Würde und Empathie. Freundlichkeit wirft ein anderes Licht, ein Abendlicht, dessen Farbtiefe und Geduld das Komplexe und Vielfältige erhellen.
Trotz aller Dunkelheit gründet die menschliche Hoffnung auf dem Instinkt, dass im tiefsten Inneren eine innige Güte herrscht. Das ist der Kern des Segens. An den Segen zu glauben bedeutet zu glauben, dass unser Dasein, unsere bloße Anwesenheit in der Welt, selbst das erste Geschenk, der ursprüngliche Segen ist. Wie Rilke sagt: „Hier zu sein ist so viel.“ Nirgends umgibt die Stille des Unendlichen so intensiv wie die Gestalt eines neugeborenen Kindes. Mit unserer Ankunft treten wir in das Erbe all dessen ein, was vor uns war; wir werden Erben der Welt. Geboren zu werden heißt, erwählt zu werden. Erschaffen zu werden und geboren zu werden heißt, gesegnet zu sein. Eine ursprüngliche Güte erwählte uns und führte uns durch den Wald der Träume, bis wir in die Lichtung der Individualität traten, mit einem Lebensweg, der sich vor uns durch die Welt öffnete.
Der Anfang birgt oft den Schlüssel zu allem, was folgt. Angesichts unseres Ursprungs ist es kein Wunder, dass unsere Herzen von der Sehnsucht nach Schönheit, Sinn, Ordnung, Kreativität, Mitgefühl und Liebe erfüllt sind. Mit dieser Fülle an Sehnsüchten begegnen wir der Welt und erwarten, dass sie in irgendeiner Weise darauf reagiert und unsere Wünsche bestätigt. Unsere Sehnsucht weiß, dass sie ihre Erfüllung nicht erzwingen kann; dennoch erwartet sie instinktiv, dass die ursprüngliche Güte ihr antwortet. Dies ist die Schwelle, an der der Segen lebendig wird.
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3 PAST RESPONSES
Certainly,
[Hide Full Comment]and for sure, agreed, and, I do have a hard time with the bits about
terse dark mountains, left to themselves, being brooding, etc.... which
is just a bit too human centric for me. Perhaps there is room for all of
it, including the terse brooding....
We
could use more kindness towards all life forms and environs Is it
"kinder" to meditate, etc, and hold space and be calm, or to jump into the
fray, and likely both at once, and it's all an interesting dance of
actions and consequences, and inactions and unintendeded consequences to
witness, and the gravity of it all seems to continually drip down and
get carried up into clouds. . Perhaps I'll go down to the malls today,
and be the first in line waiting for them to close.... Theatre of the
earth.
Here is somethin I wrote a few days ago.
http://readersupportednews....
I enjoy and I am inspired by so many of your articles. I appreciate your efforts. However, today I have a question - NOT for posting. Can you tell me who is the photgrapher for the photo of the young man jumping in front of the multi-colored sky? Even if you don't compensate a photographer for their image, I believe it is important to credit photographers and get permission before using their work. It is the image you use for 16 Habits of Highly Effective People. Thank you for your kind assistance. I look forward to hearing from you.
NO act of kindness, however small is ever wasted. HUGS from my heart to yours!