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Die Entdeckung Der Poesie Auf Dem Weg Zum Leben

Olivenbaum im Chianti, Italien, Foto von Jim Glaser

Poesie – mein Vater zitierte sie oft, meine Großmutter sammelte sie in Fotoalben und auf Karten von Freunden, und ich lernte in der Schule immer wieder kleine Gedichtfetzen auswendig. Die Poesie kam mir erst richtig in den Sinn, als ich junger Vater war und meine Familie und ich quer durchs Land ziehen mussten, weit weg von unseren besten Freunden. Es war eine unruhige, einsame Zeit, und ich begann, abends spazieren zu gehen, um mich zu entspannen. Es war Frühling. Zitronenblüten. Erstaunlicherweise spürte ich, wie etwas in mir herausströmen und tanzen wollte – und Worte – kurze Gedichte – sprudelten nur so aus mir heraus. Ich war überrascht, ermutigt und glücklich begeistert. Dann entdeckte ich eines Tages zufällig einen anderen Dichter und schließlich eine kleine Dichtergemeinschaft. Die nächsten 25 Jahre teilte ich meine Gedichte mit ihnen. Die Poesie ist eine Entdeckung, die ich auf meinem Weg zur Selbstfindung gemacht habe.

***

Langsame Straße

Letztes Jahr verbrachten mein Partner und ich einige Zeit in einem Künstlerresidenzprogramm in Chianti, Italien.

Eine lange, kurvenreiche Straße führte durch die Landschaft, vorbei an Weinbergen und Olivenhainen, hinauf in die üppigen Ausläufer der Berge und an Villen vorbei. Die Straße war schmal und ausgefahren.

Schilder mit der Aufschrift „ Langsame Straße“ forderten Besucher auf, langsam zu fahren und eine der schönsten Landschaften der Welt zu genießen. Jeden Tag ging ich diese Straße entlang und sah diesen Olivenbaum.


Langsame Straße

Kein Weg nach – kein Weg von

langsame Straße

Meine Chance

dabei zu bleiben

eins

Olivenbaum

schimmernd

im Morgenregen

leichter Wind

Chianti, Italien

***


Dieses Wissen:

Dies ist eine Zeit, in der wir unsere Gefühle und Reaktionen gegenüber Angehörigen anderer ethnischer und geschlechtlicher Gruppen kritisch hinterfragen. Hoffentlich ist es auch eine Zeit größerer Flexibilität und mehr Mitgefühl im Umgang miteinander. Welche Erkenntnisse haben Sie auf Ihrem eigenen Weg zu diesem Verständnis und Mitgefühl gewonnen?


DIESES WISSEN

Dies ist das Wissen, das richtig liegt

unter der Oberfläche in mir und doch entzieht es sich mir

Dies ist das Wissen, das ich vorausgehen sehe.

alles Wissen in mir, dies ist das stille Wissen

das, was ich sehe, geht allen Worten voraus

Dies ist das Wissen, das wie ein Samenkorn lag.

in mir noch nicht erschlossen, als sich mir die Welt öffnete

Dies ist das Wissen, das den Weg geebnet hat.

das öffnet mich immer wieder

das Geschenk, das mein Leben immer wieder bereichert:

Dies ist das Wissen in mir von

Eure Würde, mein Bruder, meine Schwester

Wer auch immer du bist

Dieses Wissen verdient einen besseren Namen

Ich nenne es Glückseligkeit.

Dieses Wissen steigt in mir auf

Kern der Glückseligkeit

Duft der Ganzheit

Freude bis in die Knochen.

Das ist das Urwissen, das ich habe

Deine Kostbarkeit, mein Bruder, meine Schwester, zu mir

dass ich plötzlich weiß

wie ein Blitz in meiner Dunkelheit

dass ich in einem schattenhaften Teil von mir weiß

wie ein sanftes, halb verborgenes Leuchten

dass ich in Gegenwart von Verwirrung und Angst weiß

im Schock des Erwachens

und in trauriger Erinnerung

und in der Hoffnung aufsteigen

Das weiß ich.

wie ein Duft, den ich wieder liebe

und kann die Liebe nicht aufgeben

Mir fehlt etwas

Du rufst ins Leben

etwas für uns beide

etwas zuvor Unerhörtes

etwas, das über das hinausgeht, was dieser Ort

Lob oder Ablehnung

Du

Mein Bruder, meine Schwester, wer auch immer du bist

Du verwandelst Feuer

***


Kompass

Wann haben Sie in Ihrem Leben eine radikale Richtung eingeschlagen? Einen Kurswechsel vollzogen? War es aus Notwendigkeit? Dies ist ein Gedicht über jemanden, der den Ruf wilder, raubeinig aussehender, ungewöhnlicher, aber sehr weiser Seeleute vernimmt, sein Leben zu ändern.


KOMPASS

Manchmal halten wir

die Logik unserer Worte

zu klug

und sie zerbrechen

wir brechen

unter der Unermesslichkeit dieses Himmels

Und die Musen

-- vom Wind gepeitschte, rötliche Matrosen

bereit

singt laut

„Vergesst das! Kommt mit uns, Freunde!“

Begleite das tosende, stille Meer mit

Ihre eigenen, wallenden, handgenähten Farben

-- das klirrende Geräusch Ihrer Takelage

-- deine rauen Hände

       

Stand

auf dem Sturmbootdeck

durchnässt

„Entdeckungsreise!“

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COMMUNITY REFLECTIONS

3 PAST RESPONSES

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Genevieve Balance Kupang Feb 22, 2021

Wowwwww! Thanks for sharing these poems. I can very much relate with them. I had been writing my poems too to express grief, joy, friendship, gratitude, worship to our God, longing for a beloved, appreciation of creation, among others. It is what keep my sanity and demonstrate my belief in interbeing

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Patrick Watters Feb 22, 2021

Robert Frost was my poet of choice as a young person. He is still a favorite, but now there are many others. }:- a.m.

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Kristin Pedemonti Feb 22, 2021

Thank you so much for these exquisitely eloquent ans evocative poems. Recently, I too have been writing poetry which at times allows one to express what otherwise could not be said.