"ICH SEHE DICH!'
'ICH BIN HIER!'
„Seit Jahrhunderten begrüßen sich die afrikanischen Buschmänner auf diese Weise. Sobald einer seinen Bruder oder seine Schwester aus dem Gebüsch kommen sieht, ruft er: ‚Ich sehe dich!‘ und derjenige, der sich nähert, freut sich: ‚Ich bin hier!‘“
„Dieses zeitlose Zeugnisgeben ist gleichermaßen einfach wie tiefgründig, und es ist bezeichnend, dass ein Großteil unserer modernen therapeutischen Reise diesem Zweck dient: damit gesehen wird, wer wir sind und woher wir kommen. Denn mit dieser einfachen und direkten Bestätigung ist es möglich, unsere eigene Präsenz einzufordern, zu sagen: ‚Ich bin hier.‘“
„Die Menschen in unserem Leben, die unsere Persönlichkeit bestätigt haben, indem sie uns wahrgenommen und dies auch so ausgesprochen haben, sind das Fundament unseres Selbstwertgefühls. Denken Sie daran, wer sie sind.“
„Meine Großmutter war die Erste, die sich über meinen Mut freute, mich zu öffnen. Ohne ihre bedingungslose Liebe hätte ich vielleicht nie den Mut gehabt, mich überhaupt auszudrücken. Und ist Kunst in all ihren Formen nicht letztlich der wunderschöne Wegweiser unserer allzu menschlichen Versuche, immer wieder zu sagen: Ich bin hier.“
„Es ist wichtig zu verstehen, dass wir durch das Gesehenwerden unser Leben zurückgewinnen und diese Gabe dann an andere weitergeben können. Doch genauso wichtig wie das Zeugnisgeben ist die Freude, mit der diese Buschmänner verkünden, was sie sehen. Es ist die Freude des ersten Sehens und ersten Erkennens. Dies ist ein Geschenk der Liebe.“
„In einer Kultur, die ihre Menschlichkeit auslöscht, die den Akt der Unschuld und des Neubeginns unsichtbar macht, brauchen wir es dringend, mit Freude gesehen zu werden, damit wir mit gleicher Verwunderung und Unschuld verkünden können, dass von all den erstaunlichen Dingen, die hätten sein können oder nicht, wir hier sind.“
„Soweit wir uns erinnern können, haben sich die Menschen der ältesten Stämme, unbelastet von der Zivilisation, daran erfreut, gemeinsam auf der Erde zu leben. Das können wir nicht nur füreinander tun, es ist unerlässlich.“
„Denn so wie Sterne offenes Gelände brauchen, um gesehen zu werden, wie Wellen ein Ufer brauchen, um sich zu brechen, wie Tau Gras braucht, um sich darin zu versickern, so hängt unsere Vitalität davon ab, wie wir ausrufen und uns freuen: ‚Ich sehe dich!‘ ‚Ich bin hier!‘“
~Mark Nepo aus „Das Buch des Erwachens: Das Leben führen, das du willst, indem du im Hier und Jetzt lebst“
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1 PAST RESPONSES
I see you!
I am here!
So very beautiful and so needed in our world.
Oh the gift of seeing and being seen.
It is part of our human condition.
Thank you for this piece. <3