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Heilige Erde, Heilige Seele

Aus der Einleitung zu John Philip Newells „Heilige Erde, heilige Seele “ (Keltische Weisheit zur Wiederentdeckung dessen, was unsere Seelen wissen, und zur Heilung der Welt), erschienen bei Harper One & Harper Collins UK (Juli 2021).

Wir wissen Dinge im Innersten unseres Wesens, die wir nicht Dieses tiefe Wissen wurde uns nicht immer beigebracht. Und manches davon mag im Widerspruch zu dem stehen, was unsere Kultur, Religion oder Nation uns gelehrt hat. Dieses Buch handelt davon, uns wieder bewusst zu machen, was wir im Innersten unseres Wesens wissen: dass die Erde heilig ist und dass diese Heiligkeit im Herzen jedes Menschen und jeder Lebensform wohnt. Dieses tiefe Wissen wiederzuentdecken, bedeutet, unser Leben, unsere Beziehungen und unser Handeln grundlegend zu verändern.

Das Problem ist, dass wir immer wieder in einen Tiefschlaf verfallen oder auf andere Weise leben, die dieses tiefe Wissen vernachlässigen. Die Krisen, in denen wir uns heute befinden – ob ökologischer, politischer oder gesellschaftlicher Natur –, rühren daher, dass wir die Erde und einander als weniger heilig behandeln. All diese kritischen Probleme hängen miteinander zusammen. Indem wir der Erde Unrecht getan haben, haben wir das Weibliche entehrt und das „Andere“ herabgewürdigt, sei es eine andere Nation, Religion, Rasse oder sexuelle Orientierung. Wir haben den Bezug zu unseren tiefsten inneren Wahrheiten verloren. Wie können wir wieder erwachen zur Heiligkeit allen Lebens, zur Heiligkeit, die auch unser eigenes Wesen prägt?

Die keltische spirituelle Tradition betont seit jeher das Bewusstsein für das Heilige in allen Dingen. Diese Tradition ist Teil unseres westlichen christlichen Erbes, obwohl sie weitgehend in Vergessenheit geraten und zeitweise unterdrückt wurde. Aus diesem verlorenen Strom der Weisheit möchte ich in diesen Zeilen schöpfen, um uns an ihn zu erinnern. Es ist eine Sichtweise, ein Weg des Bewusstseins, der sich durch die Jahrhunderte zieht, sich stetig entfaltet, weiterentwickelt und immer wieder neu erscheint, um dem Bewusstsein des Heiligen im Herzen allen Lebens zu dienen.

Die Sichtweise, von der ich in diesem Buch spreche, ist für jeden zugänglich, unabhängig von ethnischer Herkunft oder religiösem Hintergrund. Sie gründet sich auf das, was die Seele tief im Inneren bereits weiß: dass sowohl die Erde als auch jeder Mensch heilig sind. Und wir können diese Sichtweise auf die drängendsten Probleme der Menschheit und der Erde unserer Zeit anwenden.

In der keltischen Tradition hieß es, wir litten unter Seelenvergessenheit. Wir hätten vergessen, wer wir sind, und die wahre Verbindung zur Erde und zueinander verloren. Der Weg zum Wohlbefinden besteht daher nicht darin, jemand anderes zu werden oder uns ein spirituelles Wissen anzueignen, das uns im Grunde fremd ist. Es geht vielmehr darum, ein Wissen zu erwecken, das tief in unserem Wesen verankert ist, und im Einklang mit dieser Weisheit zu leben.

Dieses Wissen mag unter Schichten kultureller und religiöser Prägung begraben liegen und muss erst wiedererweckt werden. Doch die Weisheit, der wir Ausdruck verleihen wollen, gehört nicht nur uns allein, sondern auch unseren Zuhörern. Unsere Aufgabe ist es lediglich, sie ineinander freizusetzen und ins Bewusstsein zurückzuholen. Wenn wir ineinander ein tieferes Bewusstsein für die Heiligkeit der Erde und alles, was als heilig geboren wurde, erwecken, werden wir durch dieses Bewusstsein verändert und den Wunsch entwickeln, den Umgang mit der Erde und ihren Lebensformen zu verändern.

„Heilig“ ist das richtige Wort, um diese keltische Sichtweise auszudrücken, denn es ist ein Begriff, der nicht an Religion gebunden ist. Innerhalb religiöser Traditionen sprechen wir beispielsweise von heiligen Schriften oder sakraler Musik, aber weit darüber hinaus sprechen wir auch vom heiligen Universum oder von heiligen Augenblicken. Das Wort verweist ehrfurchtsvoll auf das göttliche Wesen des Lebens und die wahre Natur von Beziehungen. Wenn wir etwas als heilig bezeichnen, erweisen wir ihm höchsten Respekt. Wir ehren es. Wir beschwören auch etwas von der Kraft und Autorität dieses Wortes herauf, wenn wir den verwandten Begriff „Sakrileg“ verwenden, um von dem Unrecht zu sprechen, das der Erde, den Geschöpfen und anderen Menschen angetan wird. Etymologisch bedeutet Sakrileg , sich das Heilige anzueignen, es für die eigenen Zwecke zu nutzen, anstatt es zu ehren.

In der keltischen Weisheit ist das Heilige auf Erden ebenso gegenwärtig wie im Himmel, ebenso immanent wie transzendent, ebenso menschlich wie göttlich, ebenso physisch wie spirituell. Das Heilige lässt sich einatmen, schmecken, berühren, hören und sehen, sowohl im Körper der Erde und im Körper eines anderen Lebewesens als auch im Körper der Religion. Es ist das wahre Wesen allen Lebens.

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Seien Sie diesen Samstag beim Awakin Call mit John Philip Newell dabei. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

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COMMUNITY REFLECTIONS

2 PAST RESPONSES

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Patrick Watters Jul 14, 2021

As a descendent of ancient Celts and Lakota people, I too have arrived at a point in my own journey where the Universal Christ is still very much alive for me, but not in the institutional religion of man. I too abdicated ordination and membership in the church to pursue wholehearted anam cara and the Lakota way, yet still as Paul would say, “en Christo”. Much more I could add, but that will suffice for now. }:- a.m. (anonemoose monk)

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Kristin Pedemonti Jul 14, 2021

Oh the beauty of the universe! I read today's Daily Good about Celtic ways just moments after deciding to take myself to Columcille a magical Megalith Park featuring Celtic stone circles, structures and labyrinth! Message received ♡