
Ein Gärtner sieht die Welt als ein System voneinander abhängiger Teile – wobei gesunde, nachhaltige Beziehungen für die Vitalität des Ganzen unerlässlich sind. „Ein echter Gärtner ist nicht jemand, der Blumen züchtet, sondern jemand, der den Boden bearbeitet.“ Im Geschäftsleben bedeutet dies für mich, wie wichtig es ist, Vereinbarungen und Partnerschaften zu entwickeln, in denen Vision und Werte, Zielsetzung und Absichten klar formuliert, berücksichtigt und von allen Beteiligten eines Unternehmens – Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten, Aktionären sowie der Gesellschaft und der Umwelt – abgestimmt werden.
Der Garten hat mich Geduld und Ausdauer sowie die ethischen Prinzipien von Großzügigkeit und Gegenseitigkeit gelehrt. Er hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, den Kreislauf von Leben und Verfall zu schätzen. Für den Gärtner ist Kompostieren ein transformativer Akt – wodurch das Schnittgut (oder Misserfolge) der letzten Saison zur Kraftquelle des nächsten Jahres werden kann.
Ich habe gelernt, dass nicht nur das, was man pflanzt, sondern auch die Art und Weise, wie man es pflanzt, langfristig im Leben, im Beruf und im Garten lohnend ist. Gärtner wissen, dass das Wachstum, sobald sich starke Wurzeln gebildet haben, oft exponentiell und nicht linear verläuft.
Auch Gartenarbeit ist, wie das Geschäft, von Natur aus eine lokale Aktivität, die in einem sich ständig verändernden und unvorhersehbaren globalen Klima stattfindet. Persönliche Anwesenheit, Schaufel und Bescheidenheit sind unerlässlich.
Gärtner sind wie Unternehmer von schlummerndem Potenzial besessen – und gelten als krankhaft optimistisch. Selbst im tiefsten Winter können wir uns die Blüte und den Duft der Rose lebhaft vorstellen. Wie der amerikanische Naturforscher Henry David Thoreau einst schrieb: „Ich habe großes Vertrauen in einen Samen. Überzeugen Sie mich, dass Sie einen Samen haben, und ich bin bereit, Wunder zu erwarten.“
Im Wesentlichen ist die Arbeit eines Gärtners ein Leben der Fürsorge. Wir kultivieren Überfluss aus knappen Ressourcen. Wir pflegen, fördern, düngen – und beschneiden, wenn nötig – und respektieren dabei die wahre und wilde Natur aller Dinge. Wir wissen, dass die Schaffung dauerhafter Werte Vision, Leidenschaft, harte Arbeit und den Einsatz anderer erfordert.
Ich beginne gerade zu verstehen, dass diese Arbeit des Business Gardening – und die Investition in die Gesundheit der Menschen – ein Akt universeller Verantwortung ist. Seine Heiligkeit Dalai Lama erinnert mich: „Jeder von uns muss lernen, nicht nur für sich selbst, seine Familie oder sein Land zu arbeiten, sondern zum Wohle der gesamten Menschheit. Universelle Verantwortung ist der Schlüssel zum Überleben der Menschheit. Sie ist die beste Grundlage für den Weltfrieden.“
--William Rosenzweig, aus seiner Dankesrede für den „Oslo Business for Peace Award“
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