
Deine Sicht wird erst klar, wenn du in dein eigenes Herz schaust. – Carl Jung
Ich schreibe Gedichte seit meiner Kindheit. Mein Notizbuch wurde zu einem Freund, mit dem ich mich in einem stillen Dialog austauschen konnte. Diese Beziehung hat mich über Jahrzehnte begleitet und mir Kraft gegeben. Es ist die Beobachtung der kleinen Dinge des Alltags, die mich zum Schreiben eines Gedichts inspiriert.
Es ist ein einfaches Thema, eine Gemeinsamkeit, die ich erforschen möchte. Wenn ich also eine Straße entlanggehe, eine Suppendose öffne, ein verblassendes Plakat an der Wand betrachte oder mir vorstelle, was ich in nassen Zement schreiben könnte, frage ich mich, was ich wahrnehme und wie meine Reaktion in diesem Moment ist.
Das Innehalten und das Niederschreiben von Worten, ohne deren Richtung zu kennen, dem freien Fluss eines spontanen Impulses folgend, führt mich stets zu einer Entdeckung. So entsteht ein Gedicht. Ein Zusammentreffen dessen, was mir, dem Schreibenden, gegeben ist und was sich dann dir, dem Leser, bietet. Auf diese Weise begegnen wir einander.
FÜR ALLE
Die Ausfahrt in Richtung Stadt nehmen
Du durchquerst trostlose Gassen, schick
Restaurants, jemand sitzt
Der Bürgersteig ist mit Steinen bedeckt.
Er kann nicht einmal mehr zum Müll kriechen.
um halb aufgegessene Muffins zurückzuholen.
Er ist das Pflaster, ein Teil
der Landschaft, ein zerbrochenes Denkmal
Niemand sieht mehr zu. Ich halte inne.
er glaubt, er sei jemandes
Bruder, Sohn, Vater, Ehemann
Onkel, Freund, der früher dazugehörte
woanders, hat aber verloren
die Adresse, der Wille, der Verstand,
und kann sich von diesem Ort nicht bewegen.
Ich sage hallo. Ich versuche es.
das heiligste Hallo, das je gesagt wurde
in einem Ton, der wirklich bedeutet
Ich kenne dich; ich liebe dich.
***
ALPHABETSUPPE
Eine Dose lässt sich leichter öffnen.
Beobachte, wie die Buchstaben schweben.
Der Löffel wirbelt in der Brühe.
Ein Wort auffangen, das man verschlucken muss.
Es gibt Brot zum Brechen.
und ein Gebet muss gesprochen werden.
Nicht für Wunder
aber für das Gewöhnliche.
***
DAS SICH WANDELNDE FELD
Unter meinem Arm trug ich den Druck nach Hause.
in der Pappröhre aus der Galerie.
Es wurde ein Rahmen gebaut und das Glas passend zugeschnitten.
über Van Goghs gelbem Weizen.
Jahrelanges Sonnenlicht durch das Fenster
Die Farben wurden nach und nach gebleicht.
das warme offene Feld verändern
in eine karge Wüste.
Aber die Vögel! Ihre Flügel
hat den Himmel nie verlassen.
***
HOFFNUNG
Ich möchte das Wort schreiben
Buchstabe für Buchstabe
so wie man es mit einem Stock tun würde
im Sand
oder ein Finger im Dreck
jeder Buchstabe
Am Boden vergrößert.
Vier Buchstaben
geformt von einer Schuhspitze
oder die Kante eines Felsens.
Ein Wunsch
in nassem Zement.
***
Dankbare Anerkennung an die folgenden Publikationen, in denen die Gedichte zuerst erschienen sind:
The Awakenings Review, 2020, For Everyone, Spillway, 2016, Alphabet Soup, Poetry East, 2011, The Changing Field, Watch My Rising, 2016, Hope.
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2 PAST RESPONSES
Thank you for reminding us of the poignancy in poetry, in pausing and truly seeing. Your imagery went straight to my heart. Grateful!
From Rumi to Brulé Farrell, the truth of poets and prophets — surrendering to the moments so that we may truly “see”. }:- a.m.
Hoofnote: Brulé also happens to be my ancestral Lakota tribe, the Sicangu or Brulé. Mitákuye oyàsin.