Eine meiner liebsten Arten, mich zu entspannen, ist in einer Hängematte zu liegen. Vor einigen Jahren habe ich mir deshalb ein Metallgestell gekauft, um eine in meinem Garten aufzuhängen. Wenn ich darin liege, sanft hin und her schaukle und in den Himmel und die vorbeifliegenden Vögel schaue, fühle ich mich meilenweit von meiner To-do-Liste und eigentlich von allem anderen entfernt. Ironischerweise bin ich, wenn ich in meiner Hängematte liege, gar nicht so weit weg von der Welt. Sie hängt nur wenige Schritte von meiner Hintertür entfernt, und sobald ich es mir in dem abgenutzten Seil bequem gemacht habe, schwebt mein Po höchstens einen halben Zentimeter über dem Boden. So nah, dass ich mich oft frage, ob ich Grasflecken in meinen Gesäßtaschen bekomme. Trotzdem ist es eine der einfachsten und reinsten Formen der Entspannung, die man sich vorstellen kann – und das lässt mich fragen: Warum mache ich das nicht öfter?
Ich habe mich schon immer gefragt, warum so viele von uns so schlecht darin sind, Pausen einzulegen. Was in unserer kulturellen Prägung als Erwachsene hindert uns daran, von unseren scheinbar wichtigen Aufgaben abzuschalten, um kurz neue Kraft zu tanken? Sicherlich bieten sich uns reichlich Gelegenheiten zum Innehalten, gerade dann, wenn wir es nicht wollen: rote Ampeln, Staus, Schlangen im Supermarkt und in der Bank. Doch viele von uns nutzen die Chance auf eine Pause nicht, wenn sie gerade dann unsere Energie und Konzentration steigern würde. Es ist einfach zu verlockend, weiterzumachen. Vielleicht fällt es uns auch zu schwer, unseren Arbeitsfluss zu unterbrechen, um innezuhalten – oder zu erkennen, dass es sich lohnen könnte, sich Zeit zum Auftanken zu nehmen.
Ich wünschte, wir könnten eine kulturelle Bewegung starten, um die Bedeutung der Pause wiederzuentdecken. Zunächst einmal wäre es hilfreich zu erkennen, dass eine Pause per Definition zwischen verschiedenen Tätigkeiten stattfinden soll, genau wie ein Seitenumbruch mitten im Text eines Buches. Vielleicht könnten wir die altmodische Zigarettenpause neu erfinden – kurz an die frische Luft gehen, die Umgebung bewusst wahrnehmen –, nur eben ohne zu rauchen. Oder wir könnten es wie eine Kaffeepause angehen, uns ein paar Minuten hinsetzen und unsere Aufmerksamkeit auf etwas anderes richten – Koffein und sogar das Getränk selbst optional.
Wenn ich Banner und Flyer zur Unterstützung der Pausenbewegung gestalten würde, müssten diese unsere Neigung zur Selbsterschöpfung thematisieren. Sie müssten beschreiben, wie leicht wir uns in unserer Arbeit verlieren und über einen Punkt hinaus weitermachen, der eigentlich nicht in unserem oder dem Interesse des Projekts liegt. Unser Tun an sich kann den Wunsch nach mehr Tun wecken, genau wie Zucker die Lust auf mehr Zucker steigert und Ärger zu noch mehr Ärger führen kann. Deshalb ist es wichtig, dass wir Pausen regelmäßig einlegen, um diese Gewohnheit zu erhalten und nicht zu verlernen. Diese Übung gibt uns die Gewissheit, dass wir diese Fähigkeit auch dann noch beherrschen, wenn sich die Gelegenheit bietet, unserem Kind eine Gutenachtgeschichte vorzulesen oder die ersten Frühlingsblüten zu bewundern.
Pausen sind ein hilfreiches Mittel für alle, die achtsamer leben möchten. Denn indem wir uns Zeit zum Auftanken nehmen, können wir uns unseren täglichen Aufgaben oft besser und mit voller Aufmerksamkeit widmen. Eine Pause kann wie eine Art Meditationsglocke wirken, die unsere Aufmerksamkeit zurück in den gegenwärtigen Moment lenkt und uns einen frischen Start in unsere Tätigkeiten ermöglicht.
Es lohnt sich, auszuprobieren, welche Art von Pausen für uns am besten funktionieren – ob kurz oder lang, drinnen oder draußen, mit oder ohne Risiko, Grasflecken zu hinterlassen… Überlegen Sie einmal, wie Ihre persönliche Kaffeepause aussehen könnte.
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5 PAST RESPONSES
I love this article. It spoke volumes to me.
After I read bedtime stories to my 3-year old and before prayers, she always wants to go to the bathroom (even when she doesn't need to). It is probably a good thing but by that time of day, I am so ready for some alone time with my husband, that I tend to be a little impatient. Lately I've been doing my cat-cow breathing exercises (from yoga) while I wait for her. When she comes back, I'm doing downward dog and she crawls under my "tunnel", saying it's just like a carwash (we go to the drive-through kind). It makes me laugh every night and now it is something I look forward to instead of something that irritates me. Plus I think it makes her hurry, because she knows she has something to look forward to too. :)
In creating my new garden I am setting up small areas where I can sit down and take a break - enjoy gazing at the view or appreciating the work I have completed
Your post is timely for me today ... a Saturday in which I need to clean house, get the shopping done, and catch up on things leftover from my work week ... when what I really want to do is lay out on a lounge chair in this Indian summer sun, soak up the rays, maybe read some good fiction, maybe doze for a few minutes. Ah, but why don't I let myself do just that?
We are inculturated (I'm sure that's a made-up word, but it says it what I mean) with the idea that taking a break is "lazy," "unproductive," or "selfish." Or maybe we think it's a luxury we "can't afford." So we push ourselves to get more and more and more done within our waking hours. Looking at the sky? Well, that's just pure wastefulness! Or perhaps we'll suffer for it later by rushing to catch up.
You've reminded me that life is about more than producing. So today, I'm going to take a break, look at the sky, and sigh. Reconnect with the outdoors. Thanks.
I totally support a movement to take more breaks. So many of us rush around mindlessly doing tasks until we don't even know why we're doing them to begin with.
Dan Garner
Http://ZenPresence.com
I once worked with a team who agreed to have FAB breaks instead of 'fag' breaks. They recognised the camaraderie of people who went to have a ciggie together but felt it was unfair that there was no equivalent for people who didn't have the smoking habit. They agreed a Fresh Air Break would work for them.
And maybe nowadays that's become a FB break (for social networking)?