
Wie sieht Empathie in der Praxis aus und wie lässt sie sich in Ihr Geschäftsmodell integrieren? Letzte Woche fand im Rahmen der Ashoka Change Week der Ashoka Support Network Global Summit statt, bei dem Sozialunternehmen aus aller Welt ihre Erfahrungen zur Entwicklung von Empathie im Geschäftsleben teilten.
Empathie – die Fähigkeit, die Gefühle anderer zu verstehen und mit ihnen zu teilen – ist eine Schlüsselkompetenz für Unternehmer, die etwas bewegen wollen.
Ohne diese grundlegende Fähigkeit werden wir Menschen schaden und Institutionen stören.
Empathie ist für jeden Menschen unerlässlich, um sich anzupassen, gute Entscheidungen zu treffen, effektiv zusammenzuarbeiten und erfolgreich zu sein. Studien der kognitiven Neurowissenschaften belegen einen starken Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und unserer Empathiefähigkeit. Stress hingegen aktiviert unsere weniger sozialen, eher primitiven Überlebensinstinkte, was unsere Empathie und unser Mitgefühl beeinträchtigt und es uns sogar erschwert, neue Informationen aufzunehmen.
Name: Mary Gordon
Organisation: Wurzeln der Empathie
Dem Wesen der Empathie auf den Grund gehen

Roots of Empathy unterstützt Grundschulkinder beim Aufbau ihrer emotionalen Kompetenz. Zahlreiche Studien in verschiedenen Ländern belegen, dass das Programm Aggressionen und Mobbing reduziert. Bislang hat die Organisation über 500.000 Kinder weltweit erreicht. Mary Gordon ist überzeugt, dass die Wurzel der Empathie in der Bindung zwischen Mutter und Kind liegt.
Wie funktioniert das? Die Organisation bringt ein Neugeborenes mit seiner Mutter in eine Grundschulklasse. Während des Unterrichts regt eine geschulte Moderatorin die Schüler dazu an, mit dem Baby zu interagieren und seine Gefühle zu verstehen. In dieser glücklichen Klasse ist Mary Gordon, Gründerin von Roots of Empathy, die Moderatorin. Sie fragt die Kinder nach dem Baby: Wie fühlt es sich? Woran erkennt ihr das? Worauf konzentriert es sich? Wie fühlt ihr euch, wenn es traurig ist?
Die Schüler antworten erstaunlich klar. Sie sprechen darüber, wie der Unterricht sie auch sonst beeinflusst hat. Ein neunjähriges Kind sagt: „Wir merken, wenn jemand traurig ist, und wir wissen, wie sich das anfühlt. Wir haben gelernt, Mitgefühl füreinander zu empfinden.“
Die Schüler wurden gefragt, was sie sich für Abby wünschen: Erfolg in der Schule, ein sicheres Aufwachsen und ein glückliches Leben. Das Programm läuft in elf Ländern und in verschiedenen Sprachen, und wie Mary Gordon betont, wünscht sich immer jemand, dass sie glücklich ist. Kinder weltweit haben ähnliche Hoffnungen für die nächste Generation.
Am Ende der Stunde meldet sich der Schulleiter zu Wort. Diese Klasse war letztes Jahr um diese Zeit die schwierigste der Schule. Viele Kinder haben Lernschwierigkeiten. Seit dem Start des Programms „Roots for Empathy“ hat jeder eine deutliche Verbesserung bemerkt. Wir werden es zu Beginn des nächsten Schuljahres auf zwei weitere Klassen ausweiten.
Da das Programm immer weiter wächst, sät es den Samen der Empathie in der nächsten Generation.
Name: Lili Lapenna
Organisation: MyBnK
MyBnK – Wegbereiter für ethisches Bankwesen

Mit Programmen zur Vermittlung von Finanzkompetenz ebnet Lapenna den Weg für ethisches Bankwesen, verantwortungsvolles Ausgeben und Investieren. MyBnk schult Schülerinnen und Schüler darin, als junge Erwachsene fundierte finanzielle Entscheidungen zu treffen und sich den Herausforderungen eines zunehmend wettbewerbsorientierten Arbeitsmarktes zu stellen.
„Empathie spielt eine wichtige Rolle in unserer Arbeit bei MyBnk“, sagt Lapenna. MyBnk bindet einen Jugendbeirat aus 16- bis 35-Jährigen ein, um die Programme so umzugestalten, dass sie relevant bleiben.
Lapennas neuestes Projekt besteht darin, ihre Arbeit mit Kindern auch Erwachsenen zugänglich zu machen. Der erste Schritt bei der Programmgestaltung ist, tiefgründiges und ehrliches Feedback von verschiedenen Zielgruppen einzuholen und diese in den Prozess einzubinden.
Lily fördert und bildet eine Generation von Menschen aus, die die unternehmerischen und finanziell unabhängigen Bürger der Zukunft sein werden. Ihr Ziel ist es, deren Verhältnis zu Finanzen, Finanzdienstleistungen und Unternehmertum grundlegend zu verändern und letztlich ihre Einstellung zu einem erfüllten Leben zu prägen.
Name: Charlie Murphy
Organisation: Partners for Youth Empowerment
Die transformative Kraft der Kreativität

Im Zentrum von Charlie Murphys Arbeit steht der Glaube an die transformative Kraft der Kreativität. Seine Vision ist es, die Art und Weise, wie Lehrkräfte, Pädagogen, Kursleiter und Jugendarbeiter mit jungen Menschen interagieren, grundlegend zu verändern und ihnen zu helfen, ihren Sinn im Leben zu finden. Junge Menschen blühen besonders auf, wenn sie von Erwachsenen umgeben sind, die ihre eigene Kreativität erkennen und fördern, so Murphy. Partners for Youth Empowerment ist derzeit in sieben Ländern aktiv und erreichte 2012 über 150.000 junge Menschen durch Camp-Programme und Schulungen.
In einer fesselnden und interaktiven Workshop-Einheit lockte Charlie die Teilnehmenden aus ihrer Komfortzone, indem er den Fokus auf kreatives Engagement legte. Die Aktivitäten umfassten Übungen zum Austausch und Zuhören, Rollenspiele und die Entwicklung von Metaphern, um zu veranschaulichen, wie sich Menschen selbst als Veränderer sehen können. Er lädt Sozialunternehmer ein, sich als den Riss zu betrachten, der sich mit der Zeit öffnet und die Mauer zum Einsturz bringt.
Wir arbeiten daran, eine Welt zu schaffen, in der Bildung gleichbedeutend mit Engagement und realen Lösungen und Problemen wird, denn man muss kein Künstler sein, um die Künste in seiner Arbeit oder seinem Leben zu nutzen.
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