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Sechsundneunzig Wörter für Die Liebe

Die erste Schwierigkeit, auf die wir stoßen, wenn wir über unsere Gefühle sprechen, ist der Mangel an einem angemessenen Vokabular. Wo es keine Begriffe gibt, gibt es kein Bewusstsein. Ein unzureichender Wortschatz ist ein unmittelbares Eingeständnis, dass das betreffende Thema in der Gesellschaft als minderwertig oder abgewertet gilt.

Sanskrit kennt 96 Wörter für Liebe, das Altpersische 80, das Griechische 3 und das Englische nur eines. Dies verdeutlicht, wie wenig wir uns dieser immens wichtigen Gefühlswelt bewusst sind oder wie wenig Bedeutung wir ihr beimessen. Eskimos haben 30 Wörter für Schnee, denn für sie ist es überlebenswichtig, genaue Informationen über dieses Element zu besitzen, mit dem sie so eng verbunden sind. Hätten wir 30 Wörter für Liebe, wären wir in diesem so wichtigen menschlichen Bereich sofort reicher und intelligenter. Ein Eskimo würde wohl vor Ungeschicklichkeit sterben, hätte er nur ein Wort für Schnee; wir sind dem Tode vor Einsamkeit nahe, weil wir nur ein Wort für Liebe haben. Von allen westlichen Sprachen mangelt es dem Englischen vielleicht am meisten an Ausdruckskraft im Bereich der Gefühle.

Stellen Sie sich vor, welch ein Reichtum an Ausdrucksmöglichkeiten sich böte, wenn es ein eigenes Vokabular für die Liebe zum Vater, ein anderes für die Liebe zur Mutter, noch ein weiteres für das eigene Kamel (die Perser genießen diesen Luxus), ein weiteres für den Ehepartner und ein weiteres ausschließlich für den Sonnenuntergang gäbe! Unsere Welt würde sich unermesslich erweitern und an Klarheit gewinnen, wenn uns solche Werkzeuge zur Verfügung stünden.

Es ist stets die untergeordnete Funktion, sei es beim Individuum oder in einer Kultur, die unter dieser Verarmung leidet. Die größten Schätze werden durch die überlegene Funktion errungen, jedoch immer auf Kosten der untergeordneten. Die größten Triumphe gehen stets mit den größten Schwächen einher. Da das Denken in der englischsprachigen Welt unsere überlegene Funktion ist, folgt daraus automatisch, dass das Fühlen unsere untergeordnete Funktion ist. Diese beiden Fähigkeiten neigen dazu, sich gegenseitig zu beeinträchtigen. Wer stark im Fühlen ist, ist wahrscheinlich im Denken unterlegen – und umgekehrt. Unsere überlegene Funktion hat uns Wissenschaft und einen höheren Lebensstandard beschert – jedoch auf Kosten der Verarmung des Fühlens.

Dies zeigt sich eindrücklich an unserem begrenzten Wortschatz an Gefühlsbegriffen. Hätten wir für Gefühle den umfangreichen und präzisen Wortschatz, den wir für Wissenschaft und Technik besitzen, wären wir auf dem besten Weg zu echter Herzlichkeit und einem großzügigen Mitgefühl.

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COMMUNITY REFLECTIONS

5 PAST RESPONSES

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Teerath Bheel Aug 25, 2024
If a language has ninety six words for love, the thinking power will make more imagination of emotions.So ,it is inspiration.
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martinrael May 24, 2018

Ninety-six words and all pure and clear. Very inspiring

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Saz Feb 5, 2018

Writing about love in English is more about 'showing' rather than 'telling'. If you look at love poetry, it often describes what makes up the loving feelings rather than giving them a single name. In this way, English is an incredibly rich language when expressing love.

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Patrick Watters Feb 4, 2018

T.S. Eliot also wrote in Little Gidding that we would "arrive where we started and know it for the first time". LOVE (God by any other name), Creator and Lover of all souls, beautiful Mystery. Perhaps Robert Johnson's Journey is not unlike my own? The "object" of all my own searching, the Divine LOVE I desperately needed to know was finally revealed to me. By grace alone and in my vulnerable, humble longing, I saw that LOVE has a face and a name. I am now content and at peace amidst the brokenness and violence, able to simply be the Presence of LOVE with others. }:- ❤️ anonemoose monk

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Dr Tanis Day Feb 4, 2018

I think all the following are words of Love: kindness, generosity, compassion, tenderness, loyalty, devotion, grace, hope, trust, sincerity, honouring, respect, etc etc etc... It isn't that we lack the words. It's that our culture is so ignorant of love that it collapses it all into one idea. Love is the energy of the universe, it sings from every blade of grass and every feeling. We do have words for it if we have eyes and hearts that see it and resonate with it and celebrate it!