Dieser Beitrag ist Teil der TED-Reihe „Wie man ein besserer Mensch wird“, in der jeweils ein hilfreicher Ratschlag von Mitgliedern der TED-Community enthalten ist; alle Beiträge können Sie hier durchstöbern.
Haben Sie jemals versucht, einen anhaltenden Energiemangel durch mehr Schlaf zu beheben – nur um sich danach trotzdem erschöpft zu fühlen?
Falls das auf Sie zutrifft, hier das Geheimnis: Schlaf und Erholung sind nicht dasselbe, obwohl viele von uns die beiden fälschlicherweise verwechseln.
Wir leben in dem Glauben, ausreichend geschlafen zu haben, weil wir uns gut erholt haben – doch in Wirklichkeit fehlt uns die dringend benötigte Erholung. Die Folge ist eine Kultur von leistungsstarken, produktiven, aber chronisch müden und ausgebrannten Menschen. Wir leiden unter einem Erholungsdefizit, weil wir die wahre Bedeutung von Ruhe nicht verstehen.
Ruhe sollte in sieben Schlüsselbereichen Ihres Lebens der Erholung dienen.
Die erste Art der Erholung, die wir benötigen, ist körperliche Erholung, die passiv oder aktiv sein kann. Passive körperliche Erholung umfasst Schlafen und Nickerchen, während aktive körperliche Erholung regenerative Aktivitäten wie Yoga, Dehnübungen und Massagetherapie beinhaltet, die die Durchblutung und Flexibilität des Körpers verbessern.
Die zweite Art der Erholung ist die mentale Erholung. Kennen Sie diesen Kollegen, der jeden Tag mit einer riesigen Tasse Kaffee in den Arbeitstag startet? Er ist oft gereizt und vergesslich und kann sich nur schwer auf seine Arbeit konzentrieren. Wenn er abends ins Bett geht, fällt es ihm häufig schwer, abzuschalten, da ihn die Gespräche des Tages immer wieder beschäftigen. Und obwohl er sieben bis acht Stunden schläft, fühlt er sich morgens, als wäre er nie im Bett gewesen. Ihm fehlt es an mentaler Erholung.
Die gute Nachricht: Sie müssen weder Ihren Job kündigen noch Urlaub machen, um das Problem zu lösen. Planen Sie während Ihres Arbeitstages alle zwei Stunden kurze Pausen ein; diese Pausen erinnern Sie daran, zur Ruhe zu kommen. Sie könnten sich auch einen Notizblock neben das Bett legen, um quälende Gedanken festzuhalten, die Sie sonst wachhalten würden.
Die dritte Art der Erholung, die wir brauchen, ist sensorische Erholung. Helles Licht, Computerbildschirme, Hintergrundgeräusche und ständige Gespräche – ob im Büro oder in Videokonferenzen – können unsere Sinne überfordern. Dem kann man entgegenwirken, indem man einfach mittags für eine Minute die Augen schließt und sich am Ende des Tages bewusst von elektronischen Geräten abkoppelt. Gezielte Momente der Reizentzug können dazu beitragen, die Schäden der reizüberfluteten Welt zu mindern.
Die vierte Art der Erholung ist die kreative Erholung. Diese Art der Erholung ist besonders wichtig für alle, die Probleme lösen oder neue Ideen entwickeln müssen. Kreative Erholung weckt die Ehrfurcht und das Staunen in uns neu. Erinnern Sie sich an das erste Mal, als Sie den Grand Canyon, das Meer oder einen Wasserfall sahen? Sich die Schönheit der Natur zu erlauben – sei es in einem Park in der Nähe oder im eigenen Garten – schenkt Ihnen kreative Erholung.
Kreative Erholung bedeutet aber nicht nur, die Natur zu genießen, sondern auch, sich mit Kunst zu beschäftigen. Verwandeln Sie Ihren Arbeitsplatz in einen Ort der Inspiration, indem Sie Bilder von Orten, die Sie lieben, und Kunstwerke, die Sie ansprechen, aufhängen. Sie können nicht 40 Stunden pro Woche in eine leere oder unordentliche Umgebung starren und erwarten, dass Sie sich für irgendetwas begeistern, geschweige denn innovative Ideen entwickeln.
Betrachten wir nun eine andere Person – den Freund, den jeder für den nettesten Menschen hält, den er je kennengelernt hat. Es ist die Person, auf die sich alle verlassen, die man anruft, wenn man einen Gefallen braucht, denn selbst wenn sie keine Lust dazu hat, weiß man, dass sie eher widerwillig „Ja“ als ehrlich „Nein“ sagen wird. Doch wenn diese Person allein ist, fühlt sie sich nicht wertgeschätzt und hat das Gefühl, ausgenutzt zu werden.
Diese Person braucht emotionale Erholung, das heißt, Zeit und Raum zu haben, um die eigenen Gefühle frei auszudrücken und nicht ständig anderen gefallen zu wollen. Emotionale Erholung erfordert auch den Mut, authentisch zu sein. Eine emotional ausgeruhte Person kann die Frage „Wie geht es dir heute?“ ehrlich mit „Mir geht es nicht gut“ beantworten – und anschließend schwierige Dinge ansprechen, die sonst unausgesprochen bleiben.
Wenn Sie emotionale Erholung brauchen, leiden Sie wahrscheinlich auch unter einem Mangel an sozialer Erholung. Dieser entsteht, wenn wir nicht zwischen Beziehungen unterscheiden können, die uns neue Kraft geben, und solchen, die uns auslaugen. Um mehr soziale Erholung zu finden, umgeben Sie sich mit positiven und unterstützenden Menschen. Selbst wenn Ihre Interaktionen virtuell stattfinden müssen, können Sie sich bewusster darauf einlassen, indem Sie Ihre Kamera einschalten und sich auf Ihr Gegenüber konzentrieren.
Die letzte Art der Erholung ist die spirituelle Erholung. Sie ermöglicht es, über das Physische und Mentale hinauszugehen und ein tiefes Gefühl der Zugehörigkeit, Liebe, Akzeptanz und Sinnhaftigkeit zu empfinden. Um dies zu erfahren, engagieren Sie sich für etwas Größeres als sich selbst und integrieren Sie Gebet, Meditation oder gemeinschaftliches Engagement in Ihren Alltag.
Wie Sie sehen, reicht Schlaf allein nicht aus, um uns so weit zu erholen, dass wir uns ausgeruht fühlen. Deshalb ist es an der Zeit, dass wir uns darauf konzentrieren, die richtige Art von Erholung zu finden, die wir brauchen.
Anmerkung der Redaktion: Müdigkeit kann auch mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen einhergehen. Sollten die Beschwerden anhalten, lassen Sie sich bitte von Ihrem Arzt untersuchen.
Um mehr über Dr. Saundra Dalton-Smith und ihre Arbeit zu erfahren, besuchen Sie ihre Website. Dieser Beitrag basiert auf ihrem TEDxAtlanta- Vortrag. Sie können ihn hier ansehen:
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