Im Folgenden Finden Sie Das Abgedruckte Transkript Eines „Insights at the Edge“-Podcasts Von Soundstrue Mit Tami Simon Und Mark Nepo. Die Audioversion Des Gesprächs können Sie hier anhören.
Tami Simon : in Dieser Folge Von „Einblicke in Die Zukunft“ begrüßen Wir Den Beliebten Dichter, Geschichtenerzähler, Spirituellen Lehrer Und Freund Mark Nepo. Ich möchte Ihnen Ein Wenig über Mark erzählen. Er Gilt – Halten Sie Sich Fest – Als Einer Der Herausragendsten Spirituellen Wegweiser Unserer Zeit, Und Ich denke, Das stimmt. Mit Anfang 30 Wurde Bei Mark Eine Seltene Form Von Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Dieser Kampf prägte Seine Philosophie, „das Leben in Seiner Ganzen Fülle Zu Erfahren Und Gleichzeitig in Verbindung Mit Einer Ungewissen Zukunft Zu bleiben“.
Mark Ist Autor Von über 20 Büchern Und 16 Hörbuchprojekten, Viele Davon in Zusammenarbeit Mit Sounds True. Er Schrieb Den New-York-Times -Bestseller „ Das Buch Des Erwachens“ Und Hat Nun Einen Neuen Gedichtband veröffentlicht: „Die Halbwertszeit Der Engel : Drei Gedichtbände“ . Wir Feiern Heute Die Veröffentlichung dieses Buches . Herzlich willkommen, Mark!
Mark Nepo: Danke, Tami. Es Ist So schön, Bei Dir Zu sein. Ich Freue Mich So Sehr darauf… Ich Erinnere mich, Dass Wir Vor Ein Paar Jahren darüber Gesprochen haben, Als Die Idee Zu Diesem Buch in Mir Zum Ersten Mal reifte, Und Obwohl Ich Schon So Viele Bücher veröffentlicht Habe Und So Viel Glück hatte, Liegt Mir Dieses Hier Besonders Am Herzen.
TS: Ich Muss sagen, Mark, Das Sagst Du über Jedes Deiner Kinderbücher, Und Das Ist Auch Gut so, Und Das Aus Gutem Grund. Du Hast Ein Besonderes Talent dafür, Titel für Deine Werke Zu finden. Ich Liebe Die Titel. Mich würde interessieren, erstens, Wie Du Auf Den Titel kommst, Und zweitens, erzähl Uns Etwas über Diesen Titel: „Die Halbwertszeit Der Engel“ .
MN: Ja. Die Titel Sind Also Sehr intuitiv. Nachdem Ich Mich Mit Dem Thema Des Buches Auseinandergesetzt habe, Kommt Irgendwann Ein Bild Oder Ein Gefühl, etwas, Das Sich Einfach Wahrer anfühlt Als Alles andere, Und Es Ist Fast so, Als fände Ich Einen Anker. Und Ich weiß, Das Ist es. Bei Diesem Titel War Es so, Dass Er Mir einfiel, Bevor Ich überhaupt Eine Ahnung Von Seiner Bedeutung hatte. Ich Wusste einfach: „Die Halbwertszeit Der Engel“ , Das War es. Als Ich Das Buch Fertigstellte – Und Genau Das Bedeuten Mir Die Gedichte –, fühlten Sie Sich Wahrhaftig an Und Wurden Zu Meinen Lehrmeistern. Ich Muss Mich Weiterhin Mit Ihnen auseinandersetzen, Um Zu verstehen, Was Ich Lernen soll.
Je länger Ich Daran arbeite, Desto Mehr Habe Ich erkannt, Dass Dieser Kreative Prozess Eigentlich Ein Introspektiver Prozess ist. Ich Schreibe Ihn Nur zufällig auf. So Ist „Die Halbwertszeit Der Engel“ Im Grunde Dieser Funke Des Werdens, Des Geistes. Wir Kennen Michelangelos Traditionelles Gemälde „Gott Und Adam“ in Der Sixtinischen Kapelle, Diesen Kleinen Raum. Er Ist Wie Die Synapse Des Geistes, Dieser Funke Der Lebenskraft Zwischen Allen Dingen. Das Ist Die Halbwertszeit Der Engel. Alle Gedichte in Diesen Drei Büchern, in Diesem Einen Band, Erforschen Und bekräftigen Diesen Geheimnisvollen Funken Des Werdens.
TS: Mark, Du Hast Etwas Wirklich Interessantes gesagt: Du Hast Den Titel Sozusagen „empfangen“ Und Warst Dir Anfangs Gar Nicht sicher, Was Er bedeutete. Ich Dachte erst: „Was? Schreibt Er Etwa Wie Ein Schreiber?“ Ich glaube, Menschen Haben Unterschiedliche Erklärungen für So etwas, Wenn Sie Automatisch Schreiben Oder Ähnliches. Manche sagen: „Das War Eine Art Führung. Sie Kam Von außerhalb. Ich Wusste Gar nicht, Was Es war.“ Aber Du Verwendest Diese Ausdrucksweise nicht. Wie Verstehst Du das? Du Hast Einen Titel Erhalten … Du Hast Ihn Nicht Selbst erdacht. Da Geschah Etwas anderes.
MN: Genau. Ich Habe Das Gefühl, Dass Ich Zwar Nicht channel, Aber Auch Nicht Der Alleinige Schöpfer bin. Es Geht Um Beziehung. Durch Meine Authentizität Stehe Ich in Beziehung Zu allem, Was Nicht Zu Mir gehört. Ich Habe Dadurch in Meinem Leben gelernt, Dass Wir Durch Unsere Authentizität Den Kanal Unseres Wahren Selbst reinigen, Um Uns Mit Der Geistigen Welt Und Anderen Zu verbinden.
Ich Sage Also gern, Ich Hole Mir Gedichte Und Bücher zurück. Ich Bin Kein Medium, Kein Leeres Gefäß, Aber Ich Bin Auch nicht… Das Ist Der Irrglaube Des Westens: Wir Wollen Kleine Götter sein, „Oh, Ich Habe Aus Dem Nichts erschaffen.“ Nun, So Ist Es Auch nicht. Durch Diese Beziehung Bin Ich Offen genug.
Mir Kommt Ein Anderes Bild in Den Sinn: Ein Meeresarm fließt Hindurch Und bewässert Das Land landseitig. Doch Wenn Dieser Meeresarm Durch Geröll Und Steine verstopft ist, Kommt Nichts Mehr durch. Unsere Authentizität Reinigt Den Meeresarm, Der Wir Selbst Sind – Jede Seele –, Und So Werden Wir Vom übrigen Leben geprägt Und Wachsen daran.
TS: Also, Diese Vorstellung Von Unserer Authentizität, „Das Ist es, Was Allem begegnet, Was Nicht Ich Bin“ – Das Hast Du gesagt. Im nächsten Moment Denke ich: „Was Genau Bedeutet das, ‚Es Ist Meine Authentizität‘?“ Woher weiß ich, Dass Ich in meiner, Zitat, „Authentizität“ Ruhe Oder in Meiner Authentizität lebe?
MN: Nun, Und Das Bringt Mich Zum Nachdenken. Wenn Du Das Wort „Ruhe“ verwendest, Denke Ich an Den Buddhistischen Glaubensbegriff „Sanha“, Der So Viel Bedeutet Wie Das Herz in Der Wahrheit Ruhen Zu lassen. Was Bedeutet Das für mich? Für Mich Bedeutet es, Dass Ich versuche, Im Rhythmus Der Realität Zu leben. Authentisch Zu Sein Bedeutet für mich, All Meine Gefühle anzunehmen, Was Auch Immer Sie Sein mögen. Ich Mag Angst haben, Ich Mag Verwirrt sein, Ich Mag Schmerzen haben, Aber Wenn Ich Ehrlich Damit umgehe, Verbindet Mich Das Wie Eine Wurzel Mit Der Erde. Es Verbindet Mich Mit Dem Rest Des Lebens, Und Daraus schöpfe Ich Kraft Und Klarheit. Wenn Ich Nicht Authentisch bin, Verstopfe Ich mich.
Ich meine, Es Ist Auch interessant, Dass Im Altchinesischen Das Wort, Das „Sünde“ Am Ehesten entspricht, Nicht „böse“, Sondern „Undurchsichtigkeit“ bedeutet. Es Beschreibt Den Zustand, in Dem Wir Daran Gehindert sind, Wahrhaftig Zu Sein Oder Die Wahrheit Zu erkennen. Authentizität, Ebenfalls Aus Dem Griechischen, Bedeutet „das Zeichen Der Hände“. Authentizität Bedeutet also, Wie Das Herz in Die Tat Umgesetzt wird, Wie Das Innere in Die Welt tritt. Wenn Ich Dich Liebe Und Du Vor Mir fällst, Versuche ich, Dich Aufzufangen Oder Dich Zu unterstützen. Was in Mir ist, Kommt Zum Vorschein, Und Das Bedeutet Kongruenz. Ich Sage Nicht nur, Dass Ich Dich liebe. Wenn Du fällst, Zeige Ich Dir Meine Liebe.
TS: Das Zeichen Der Hände.
MN: Hände.
TS: Ich Finde Das So wunderschön. Mark Nepo, Das Ist Wirklich wunderschön. Im Laufe Unseres Gesprächs Wurde Mir Die Frage bewusst, Die Ich Ihnen Eigentlich Stellen wollte. Ja, Ich möchte Ihnen Und Unseren Zuhörern Einige Der wunderschönen Gedichte Aus „The Half-Life of Angels“ Vorstellen Und Auch Mehr über Ihren Schreibprozess sprechen, Aber Die Frage, Die Mich Zu Diesem Gespräch Am Meisten beschäftigt, Hat Mit Dem Herzen Zu tun.
Was Ich Wissen wollte, ist: Wie Findet Man Wieder Zu Seinem Herzen Und Vertieft Das Gefühl, Im Herzen Zu verweilen, Wenn Man Sich außerhalb Dieser Erfahrung befindet? Denn Sie Sprechen Hier davon, Dass Das Herz Durch Unsere Hände fließt, Und Ich glaube, Genau Das spüre Ich in Ihrer Arbeit.
Um Es Noch Etwas Genauer Zu sagen: Manchmal Sind Die Leute Zwar authentisch, Aber Es Fehlt Ihnen an Herzblut. Sie erzählen Einem Zwar authentisch, Was Los ist, Lassen Ihrem Frust Freien Lauf Und So weiter, Aber Es Gibt Da Etwas anderes: Die Qualität, Mit Der Das Herz Durch Die Hände fließt, Und Genau darüber möchte Ich Mehr hören.
MN: Ich Habe Also Gelernt – Und Ich könnte Es So ausdrücken –, Dass Es in Meinem Leben, Wie Bei Uns allen, Einige Male gab, in Denen Mein Herz Auf mysteriöse Weise Gebrochen War Und Ich Keine Ahnung hatte, Wie Es Weitergehen Oder Wie Es Wieder Heilen sollte. Ich Habe Ja Bereits erzählt, Dass Ich Vor Kurzem 72 Geworden bin. Vielleicht Ist Es Beim nächsten Mal anders, Aber Bisher Kann Ich sagen, Dass Mein Herz Jedes Mal Auf mysteriöse Weise Nicht Nur Wieder Ganz Geworden ist, Sondern Auch größer, stärker, Sanfter Und liebevoller.
Ich weiß Zwar Nicht genau, Wie Das funktioniert, Aber Ich Bin Ein Lebenslanger Schüler Dieses Mysteriums. Ich glaube, Dass Uns Alle Die Härte Des Lebens zurückdrängt. Angst Und Schmerz Lassen Uns verkrampfen, Und Was Auch Immer Unsere Praxis ist, Unsere Aufgabe Besteht Dann darin, Uns Zu öffnen, Wenn Wir verkrampfen, Und Uns Dem zuzuwenden, Wenn Wir zurückgewiesen werden.
Es Liegt Eine Tiefe Schönheit darin, Die Wahrheit über Meine Gefühle Und Gefühle anzuerkennen, Selbst Wenn Es schmerzt. Das öffnet Mein Herz wieder. Wenn Ich Traurig Bin Und Es verdränge, Wird Alles Nur Noch schlimmer. Wenn Ich sage: „Oh, Ich Will Nicht Traurig sein“, Dann Bin Ich Es Meistens schon, Und Deshalb Muss Ich Es zugeben. Das Wort „zugeben“ Bedeutet Sowohl Bekennen Oder Anerkennen Als Auch zulassen, akzeptieren.
Wenn Ich Also Ehrlich Mit Meinen Gefühlen umgehe, Erkenne Ich Nicht Nur Die Schönheit Des Vorhandenen an, Selbst Wenn Es schwerfällt, Sondern öffne Mich Auch für Anderes Leben. Wenn Ich Verwirrt Oder Beunruhigt Bin Oder Mich in Irgendeiner Weise Bewegt – Denn Ich glaube, Das Betrifft Uns alle, Weil Wir Menschen Sind –, Dann bemühe Ich mich, Mit Ganzem Herzen Dabei Zu sein. Natürlich Gibt Es Momente, in Denen Ich Nur Halbherzig Dabei bin. Ich bemühe mich, in Meiner Mitte Zu bleiben. Natürlich Gibt Es Auch Momente, in Denen Ich Aus Dem Gleichgewicht gerate. So Vieles Vom Herzen Hilft uns, Wieder Zu Uns Selbst zurückzufinden. Für Mich Ist Jede Übung Im Grunde Eine Übung Der Rückkehr.
Wenn Ich Also Verwirrt bin, Sitze Ich Hier in Meinem Arbeitszimmer – Wenn Ich Schmerzen Oder Angst Habe – Und versuche, Nichts zurückzuhalten, Mein Herz Zu öffnen Und Meine Aufmerksamkeit Dem Frieden in Meinem Leben zuzuwenden, Bis Er Mir Zum Lehrmeister wird. Das Verbindet Mich Immer Tiefer Mit Dem Leben Und erschließt Mir Neue Ressourcen.
TS: Also Mark, erzähl Mir Mehr darüber, Wie Du Deine Aufmerksamkeit Auf Das nächstgelegene Lebewesen richtest. Meinst du, Das nächstgelegene Lebewesen könnte Das … sein?
MN: Ja, absolut, Wie Eine Fliege Am Fenster Oder Das Blatt Hier draußen an Diesem Baum, Das Gerade Im Frühling Zu Knospen beginnt, Oder plötzlich Ist Zuzu, Mein Hund, Da Und Ich Starre fünf Minuten Lang Gebannt Auf Ihre Goldenen Wimpern. [LACHT] Was Auch Immer Es Sein mag, Und Das führt Zu Dieser Synapse, Diesem Funken Des Werdens, Der Halbwertszeit Der Engel, Die Hier Als Platzhalter dient: Wenn Wir Authentisch Sind Und Unser Herz Offen ist, Ist Es Wie Wenn Drähte Verbunden Werden Und Strom fließt. So Verbinden Wir Uns Mit Dem Netzwerk Der Lebenskraft, Das Durch Alle Beziehungen fließt, Wirklich alle. Wir können Diese Dinge an Den Einfachsten Orten finden.
Ich Wollte Nur Kurz erwähnen, Dass Ich Vor Kurzem an Der Modern Elder Academy in Mexiko war, Diesem Wundervollen Ort. Kurz Bevor Das Retreat begann, Morgens (es Sollte Abends starten), Spazierte Ich Am Strand entlang, Als Eine Teilnehmerin Auf Mich Zukam Und sagte: „Ich weiß, Wir Fangen Noch Nicht an. Ich möchte Nicht stören. Darf Ich Sie Etwas fragen?“ Ich antwortete: „Klar, klar.“
Sie sagte: „Nun ja, Das Ist Einfach So Am Strand passiert, Und Ich weiß nicht, Was Ich Davon Halten soll.“ Ich Fand Es toll, Dass Sie Das sagte: „Ich weiß nicht, Was Ich Davon Halten soll.“ Das Ist Eine Wunderbare Offenheit, Und Da Ist Dieses Kleine Stück Leben, Das Unsere Aufmerksamkeit erregt. Sie Ging Also Am Strand entlang, Und Da Lag Ein Ziemlich großer Fisch, Der an Den Strand gespült Worden war, Und Sie Fragte sich: „Kann Ich Ihn retten? Wenn nicht, Wird Er Dann Einfach Teil Der Nahrungskette?“ Sie Fand Ein Stück Treibholz, Legte Es zurück Ins Wasser Und Ging Weitere fünf Minuten, Und Da Lag Noch einer. Sie sagte: „Ich weiß nicht, Was Ich Davon Halten soll.“
Das Ist Also Ein Beispiel für Einen Lebensabschnitt, Dem Sie Ihre Volle Aufmerksamkeit schenkte, Und Dann Wandte Sie Sich Einem Anderen zu, Und Gemeinsam Erkundeten Wir ihn. Was Aus Dieser Erkundung Meines Herzens entstand, War Folgendes: Optimisten Oder Idealisten sagen: „Wir müssen Jeden Fisch retten“, Und Pessimisten sagen: „Ihr Werdet Nicht Jeden Fisch retten, Also Wozu Die Mühe?“ Aber Ich denke, Die Schönheit Dieses Funkens Des Werdens, Dieses Engagements für Das Leben, Liegt darin, Dass Wir Nicht Hier sind, Um Jeden Fisch Zu retten, Und Wir Sind Auch Nicht hier, Um wegzusehen. Wir Sind hier, Um Den Einen Fisch Vor Uns Zu Retten Und weiterzumachen.
TS: Mark, Wie hängt Der Prozess Des Empfangens Von Gedichten Damit zusammen, Etwas in Der Umgebung, Das Einen anspricht, Seine Volle Aufmerksamkeit Zu schenken? Welcher Zusammenhang Besteht da?
MN: Nun, Der Zusammenhang Besteht Darin – Und Das Geht Darauf zurück, Dass Ich Mit Anfang 30 Beinahe an Einer Seltenen Form Von Lymphdrüsenkrebs Gestorben wäre – Und Eines Der größten Geschenke, Die Mir Das Überleben Und Das Weiterleben Beschert haben, Ist Die Neu Gewonnene Perspektive Auf Das Wunderbare. Deshalb Wird Uns Jungen Schriftstellern Und Künstlern beigebracht, Stets Nach Gutem Material Ausschau Zu halten. Wird Daraus Eine Gute Geschichte? Wird Sie Geistreich Genug sein? Wird Sie tiefgründig Genug sein?
Nun, Nachdem Ich Beinahe Gestorben Bin Und Immer Noch lebe, Muss Ich Nicht Lange Nach Inspiration suchen. Alles Ist Ein Wunder, Wenn Mein Herz Offen Genug Ist Und Ich präsent genug, Es Zu empfangen. Abraham Maslow Sprach Von Höhepunkten. Wir Alle Erleben Diese Momente Der Erleuchtung. Alles Strahlt Stets Geist aus. Wir Sind Selten an Einem Ort, an Dem Wir Lange Genug Still sind, Um Zu sagen: „Oh Mein Gott, Seht nur, Was geschieht!“
Wenn Es Also Darum geht, Zu empfangen, Abzurufen Oder Sich Dessen Bewusst Zu werden, Was Es Wert ist, in Worte Gefasst Zu werden, Muss Ich Einfach Nur Ich Selbst sein. Und Genau Hierin Liegen Die große Ähnlichkeit Zwischen Meditation Und Dem Kreativen Prozess. Bevor Ich Meditation kannte, Meditierte Ich Wohl schon, Machte Mir Aber Nur Notizen, Obwohl Man Ja Alle Gedanken Loslassen soll. Denn in Diesem Zustand Der Lebendigkeit Offenbarten Sich Mir Dinge, Die Ich Voller Staunen Beobachtete Und Festhalten wollte, Um Spuren Zu Hinterlassen … Denn Die Meisten Dieser Momente Sind flüchtig.
Als Junger Mann Schrieb ich, Weil Ich Etwas sah. Ich dachte: „Oh Mein Gott!“, Und Dann War Es Schon Wieder weg. Ich sagte: „Moment mal, Ich hab’s Nicht verstanden. Warte.“ Also Beschrieb Ich Es in Worten, Damit Ich Es länger Im Gedächtnis Behielt Und Eine Beziehung Dazu Aufbauen konnte.
Wenn Wir Das Vorhandene annehmen, verändert Das Unseren Begriff Der Überarbeitung. Wir Alle – Schriftsteller Und Künstler – Sprechen Auf Unterschiedliche Weise über Überarbeitung, Aber Im Grunde Geht Es Immer Um Den Gleichen Prozess Des Verfeinerns, Des Kürzens Der Sprache, Des Prägnanten Und Verständlichens. Das Ist Ja Alles schön Und gut, Aber So Wie Wir darüber sprechen, Verstehe Ich Überarbeitung Als Eine Art Rückblick Auf Die ursprüngliche Vision, Eine Art Neuinterpretation. Denn Wenn Ich Heute Etwas Schreibe Und Es Viel Arbeit benötigt, Denke ich, Bevor Ich All Diese Arbeit investiere: „Weißt Du was? Ich War Nicht präsent Genug Oder Nicht Offen genug. Lass Mich Es Noch Einmal versuchen.“ Denn Je Klarer Und Offener Ich bin, Desto Weniger Muss Ich an Den Worten herumdoktern.
TS: Nun, Im Kontext Von „Die Halbwertszeit Der Engel“ , Dieser Gedichtsammlung: Wie War Es für Sie, Mark? Sie erwähnten, Dass Sie Mit 72 Jahren Auf Jahrzehnte Des Schreibens zurückblicken Und Hunderte Von Gedichten für Diesen Band auswählen. Soweit Ich weiß, Ist Dies Der Erste Band Einer mehrbändigen Reihe, in Der Sie Auf Ihr Werk zurückblicken … Woher Wussten Sie, Insbesondere Im Hinblick Auf Die Überarbeitung Ihrer Gedichte, Dass Sie Manche Gedichte überarbeiten Und Andere Neu Schreiben mussten, etwa: „Dieses Gedicht Muss überarbeitet werden. Ich Werde Es Nicht Aufnehmen“ Oder „Ich Werde Es umschreiben“? Wie Haben Sie Das Alles gesichtet?
MN: Nun, Es War Sehr interessant, Und Nach All Den Jahren War Es völlig klar, Was Es Wert war, Behalten Zu Werden Und Was nicht. Mir Fiel auf, Dass man, Besonders in Jungen Jahren, Immer So ist, Als würde Man in Die Tiefe Tauchen Und Einen Schatz Bergen wollen. Natürlich Hielt Ich alles, Was Ich fand, für Etwas Ganz Besonderes Und Wollte Es Nicht verlieren. Aber jetzt, So Viele Jahre später, Sehe ich: „Oh, Da Ist Der Edelstein, Aber Er Ist Von Algen Und Einem Reifen umgeben, Und Eigentlich Brauche Ich Das Alles Gar nicht. Es Ist Nur Der Edelstein.“ Es War Also Sehr deutlich. Mein Neuer Rat an Schriftsteller Lautet daher: Warten Sie Einfach 20 Oder 30 Jahre. Dann Wird Alles klar.
Eines Meiner Wichtigsten Ziele Bei All Dem war, Meine früheren Arbeiten Nicht Zu überarbeiten, Um Den Eindruck Zu erwecken, Ich hätte Schon Immer Das Gleiche Gesehen Und Gewusst Wie heute. Ich möchte Der Entwicklung Des Geistes in Einem Körper, in Einem Leben Auf Erden, Treu bleiben. Deshalb möchte Ich Meine Fähigkeiten einsetzen, Um das, Was Ich Damals sah, So Wahrheitsgetreu Wie möglich wiederzugeben, Aber nicht, Um Es Zu verändern, Denn Ich Glaube nicht, Dass Es Dem entspricht, Wer Ich Damals war… Wir Alle Erleben das. Wer Ich Vor 20 Jahren war, War So wahrhaftig, Wie Ich Es Damals Sehen Und Sein konnte. Jetzt, Wo Ich Mehr Sehe Und fühle, War Das Nicht falsch, Sondern Nur teilweise, Und Jetzt Ist Es Wie Konzentrische Kreise. Es Ist gewachsen. Deshalb Geht Es darum, in Jedem Kreis So Wahrhaftig Wie möglich Zu sein, Damit Dieses natürliche Wachstum Sichtbar wird.
Ich glaube, Das Andere Auffällige, Und Das War Wirklich Interessant – Ich weiß nicht, Wann Dieser Wandel Stattfand –, Ist folgendes: Früher Tauchte Ich in Die Tiefe Und Wollte Etwas Aus Ihr heraufholen, Um Es Mit Anderen Zu teilen. Aber Irgendwann Habe Ich Mich in Die Tiefe Vertieft Und Hole Deshalb Nichts Mehr an Die Oberfläche. Ich Lade Sie ein, Mit Mir Hinabzutauchen Und Es Selbst Zu erleben. Das Ist Veränderung, Und Das Eine Ist Nicht Besser Als Das andere, Aber Der Tonfall Ist Ein Ganz anderer. Die Gedichte in Diesem Buch Stammen Aus Meinen Fünfzigern Und Sechzigern. in Den Letzten Zwanzig Jahren Hat Sich Also Ein Ganz Anderer Tonfall entwickelt: Ich Spreche Und Lebe Aus Der Tiefe heraus, Anstatt Zu Tauchen Und aufzutauchen.
TS: Ich würde Gerne Eine Passage Aus Ihrem Neuen Gedichtband „ Die Halbwertszeit Der Engel“ vorlesen. Sie schreiben: „Ich gestehe, Dass Das Durchlesen Von Gedichten Aus 45 Jahren Einem Gang Durch Heilige Stätten Und Ruinen glich, Um Die Erkenntnisse All Meiner früheren Ichs Zu erfassen.“ Mich Interessiert Vor Allem Die Vorstellung Von Unserem früheren Ich. Manchmal Denken wir: „Ich Bin Kritisch gegenüber Meinem früheren Ich“ Oder „Ich weiß Gar Nicht mehr, Wo Die Grenze Zwischen Meinem früheren Und Meinem Jetzigen Ich verläuft.“ Mich würde Daher interessieren, Wie Sie Durch Die Auseinandersetzung Mit Ihren Gedichten Aus 45 Jahren Eine Beziehung Zu Ihrem früheren Ich Entwickelt haben, Die – Wenn Sie So Wollen – Einen Reifen Geist in Sich birgt?
MN: Ja, Und Ich Finde Das Eine Wunderbare Frage, Die Uns Alle betrifft. Ich Erlebe Das zufällig Im Laufe Meiner Schriftstellerischen Tätigkeit, Aber Ich Erinnere Mich an Einen Rabbi, Jonathan Omer-Man, Dessen Definition Von Integrität Ich Nie Vergessen werde: „Einer Inneren Stimme Treu Zu bleiben, Die Sich Nicht verändert, Auch Wenn Sich Das Leben, Das Sie trägt, verändert.“ Ich Glaube also, Dass Es Eine beständige Stimme in Uns gibt, Wie Auch Immer Wir Sie Nennen mögen – Seele, Atman, Dharma-Natur, Wie Auch immer. Natürlich verändert Sich Das Leben, Das Sie trägt.
Ein Entscheidender Moment, in Dem Ich Meine persönliche Entwicklung Zu Verstehen begann, War Nach Meiner Krebserkrankung. Vorher War Ich Eine Ehrgeizige Junge Künstlerin Und natürlich Unendlich froh, Noch Am Leben Zu sein. Doch Danach War Ich Sehr verwirrt, Weil Ich Meinen Antrieb Verloren Hatte Und Mich fragte: „Wo Ist Mein Talent geblieben?“ Es Dauerte Mehrere Monate, Fast Ein Jahr, Bis Ich Mich Daran gewöhnte Und erkannte, Dass Ich Nicht Mehr Von Diesem Antrieb Getrieben war, Sondern Mich Nun Von Dingen Angezogen fühlte – Und Darin Lag Eine größere Freiheit.
Das änderte Sich also. Vor Meiner Krebserkrankung War Ich Dichterin (mit großem P), Aber Danach War Es Sehr verwirrend, Weil Es Nicht Mehr passte. Mein Wahres Wesen ließ Sich Nicht Von Dieser Identität fassen. Meine Art Zu Sehen Und Wahrzunehmen Ist Immer Noch Die Einer Dichterin, Aber Sie Dient Diesem Unbenennbaren Wesen in mir. Das Bild, Das Mir in Den Sinn kam, Ist Das Einer Topfpflanze. Wir Alle wissen, Dass Man Eine Topfpflanze Umtopfen muss, Wenn Man Sie pflegt, Weil Sie wächst. Tut Man Das nicht, Verfilzen Ihre Wurzeln Und Sie stirbt. Sie erstickt.
Mein ursprüngliches Selbst Als Dichterin (mit großem P) – Dieser Transformative Prozess Des Beinahe-Sterbens, Der Mich Authentischer Und unverfälschter Werden ließ – Erforderte Eine Neugestaltung. Ich Musste Den Topf Mit Dem großen P Als Dichterin zerbrechen, Und Es War Ein größerer Topf, Etwas Spirituelles, etwas, Das Poesie nutzte. Ich denke, Es Ist Wie Mit Einem Schmetterling: Wenn Er Aus Dem Kokon schlüpft, Bedeutet Das nicht, Dass Der Kokon Falsch war, Sondern Dass Er Seinen Zweck erfüllt hat. Ich glaube, Wir Sind gesegnet, Viele Kokons, Viele Töpfe Zu durchlaufen, Wenn Man So will, während Sich Unser Leben Und Unser Geist entwickeln. Es Ist Der Faden Oder Die Stimme, Die Sich Nicht verändert, Die Alles verbindet, Wenn Das Sinn ergibt.
TS: Mark, Wenn Ich Dich über Das Konzept Der Treue Sprechen höre Und darüber, Dass Wir Manchmal spüren, Wie Sich Die Dinge verändern, Ohne Es überhaupt Zu merken… Wir spüren Es einfach. Manchmal Denken wir: „Ich Werde Eine Entscheidung Treffen Und Das tun“, Und Manchmal Denken wir: „Oh Gott, Jetzt Ist Alles schiefgegangen, Und Jetzt Stehen Wir da.“ Es Kann Sich Unglaublich Unangenehm Und Schwierig anfühlen Und Sogar Wie Eine Art Auflösung wirken, Als Ob Alles schiefgeht, Anstatt Sich Positiv Zu entwickeln. Ich Frage mich, Was Du Menschen in Dieser Situation Sagen würdest, Die denken: „Ich möchte Treu bleiben, Aber Oh Gott, Das Verlangt Mir Gerade Wirklich Sehr Viel ab.“
MN: Nun, Mir Fallen Da Zwei Dinge ein, Die Mir Geholfen haben. Zum Einen Rilke Sagte – Neben Vielen Anderen schönen Dingen –: „Lass Alles Auf Dich wirken, Schönheit Und Schrecken. Kein Gefühl Ist endgültig. Mach weiter. Mach weiter.“ Das führt Uns Zu Dem Gedanken, Den Wir Alle Aus Der Buddhistischen Tradition kennen: Die große Lektion Der Vergänglichkeit. Natürlich Denken Wir alle: „Oh, Das bedeutet, Wir Werden Alle sterben, Und Das Werden Wir auch, Aber Hoffentlich Nicht heute.“ Doch Das Geschenk Des Lebens Ist Die Vergänglichkeit. Nichts bleibt, Wie Es Ist – Die Schwierigkeiten, Die Frustration, Das Gefühl Der Lähmung, Das Gefühl, festzustecken. Ja, Genau Das Ist es, Und Wir müssen Dieses Gefühl anerkennen. Mach weiter. Mach weiter. Nichts bleibt, Wie Es ist.
Ich glaube, Dass Das Verdrängen Von Leid zusätzliches Leid verursacht. Oft Brauchen Wir einander, Um Diese Schwierigen Momente Zu überstehen. Es Ist verständlich, Zu sagen: „Oh Gott, Ich Will Das Nicht durchmachen“, Und Dann müssen Wir Uns Gegenseitig Beistehen Und sagen: „Hilf Mir Bitte dabei.“
TS: Okay, Mark, Dann Lass Uns Jetzt Die Wohltuende Wirkung Von „Die Halbwertszeit Der Engel“ genießen. Als Das Buch ankam, blätterte Ich Es durch, Las Verschiedene Gedichte, Markierte Sie Und dachte: „Das Gedicht Lasse Ich Mark vorlesen, Wenn Wir Uns unterhalten, Und Dann Noch Das Und jenes.“ Neulich Sagte Ich dann: „Tami, Warum fängst Du Nicht Einfach Von Vorne an Und schaust, Wie Es ist?“ Ich Tat Es Und Die Ersten Gedichte Waren Ein Wunderbares Erlebnis. Deshalb Frage Ich mich, Ob Wir Als Geschenk für Unsere Hörer Einfach Dort Anfangen könnten? Würdest Du Die Ersten Gedichte vorlesen?
MN: Oh, Wie schön. Ja, gewiss. Dieses Gedicht, Das Als Prolog für Den Gesamten Band dient, trägt Den Titel „Das Herz Ist Immer Noch Unser Lehrer“.
Die Alte Welt Ist Vergangen Und dennoch
Eine Kerze Kann Viele erleuchten, Wenn wir
Arbeiten Sie Mit dem, Was Wir Ihnen geben, und
Dem Leiden widerstehen, Indem Man Nicht leidet.
Die tägliche Aufgabe Besteht darin, Sich Zu erinnern
Dass Man Nicht Mit Nur Einem Flügel Fliegen kann.
in Zeiten Der Not Akzeptieren Wir schließlich
Dass Unsere Verwandtschaft Darin besteht, Sich Unten Zu treffen
Alle Namen.
Egal Wie Sehr Wir Uns Auch entfernen, Wir sind
Vom Rauschen Des Lebens gelehrt,
Mitten Im Geschehen Sind Wir immer
Sich Hin Zu Einem größeren Gefühl bewegen
Des Lebens.
Es Ist Der Segen Des Gewöhnlichen
Das öffnet Uns Die Augen für alles.
Dieses Gedicht Ist Der Anfang Des Ersten Buches in Diesem Band, „Wie Es Mir gefällt Oder nicht“.
Leiden Ist Der Bogen, Der spielt
Das Herz. Es Schmerzt mich.
Ein Ort, Den Ich Schon Vor Meiner Geburt kannte, ein
Ein Ort, Den Wir teilen, Aber Nur Zugang haben
Wenn Ich Allein bin.
Wenn Wir Den Haken akzeptieren, können Wir durchhalten
Einander Bis Zu allem, Was Das Leben Zu Bieten hat.
Vielleicht Ist Dies Der Zweck von
Leiden, Um Der Musik Raum Zu geben.
Mit Der Zeit Versinkt Unser Leid wie
Ein Stein, Der in Einen See Geworfen wurde
Das ändert alles.
Es Wird Nie Wieder gesehen.
Alles verändert sich, Obwohl Es Nie Wieder Gesehen wird. Das Ist Ein Gutes Beispiel. Ich Folgte Der Wahrheit Dieses Gefühls, Wusste Aber nicht, Dass Das Gedicht Am Ende Das Bild Des Leidenden Wie Einen Stein Im See Enthalten würde. Das War Also Der Lohn dafür, Dem Gefühl Treu Geblieben Zu sein. Deshalb Sage ich, Dass Ich Es Aufschreibe Und Daraus Ein Kreativer Prozess entsteht, Aber Eben Auch Der Introspektive Prozess, Dieser Lohn. Wenn Wir Unseren Gefühlen Treu sind, Werden Wir Mit Einer Erkenntnis belohnt, Die Uns Im Leben weiterhilft. Dieses Gedicht heißt „Nah“.
Oft Ist das, Was zählt, Nicht das, Was zählt.
Bleiben Sie Mit Uns in Kontakt, Bis Die Krise Vorbei ist.
Wie Nah Wir Dem Leben Waren oder
Der Tod lässt Uns Wochenlang erzittern.
später Beim Beobachten Eines Stieglitzes
Vom Futtertrog essen.
Dann Fragen Wir uns, Was Wir sind.
Tun Und Ob Es Sich lohnt
Wir Haben Es Auf Eis gelegt.
Ist Irgendetwas Diesen Moment wert?
Um Einlass bitten, Die Art Und Weise
Ein Wasserfall Soll finden
Seine Kante?
Die Lehre Aus Diesem Gedicht War für Mich also: Ja, Wenn Wir Ehrlich sind, müssen Wir Den Sprung Wagen Wie Ein Wasserfall. Der Wasserfall zögert nicht. Er stürzt herab. Er Tut Es einfach. Das Macht Ihn Zu Einem Wasserfall.
Hier Sind Nur Noch Ein Paar weitere, Um Das Buch Zu öffnen. Dies Ist Depth Finder.
Während Wir Den Delfin bestaunen
Oder Wal, Der Die Wasseroberfläche durchbricht, Dieses großartige
Dem Sprung Folgt Eine große Kapitulation
zurück in das, Was Niemand Sehen kann.
Diese Stromstöße Sind immer
Gefolgt Von Einem Loslassen.
Wie Der Wal Sind Auch Wir Nie fertig.
Wie Der Delfin schnüffeln Wir Uns Unseren Weg
in Die Welt, Nur Um abzustürzen
zurück in Die Tiefe.
Dieses Hier heißt „Die Kunst Des Netzes“, Wobei Das Wort „Netz“ Zum Verb „Netz“ wird. Es entstand, Weil Ich Fest an Freundschaft Und Gegenseitige Unterstützung glaube, Wie Du Ja weißt, Tami. Ich Habe Einen sehr, Sehr Guten Freund, Der Mir Vor Jahren Geholfen hat, Den Krebs Zu besiegen. Letztes Jahr Verlor Er plötzlich Seine Frau Und Ist völlig Am Boden zerstört. Ich Bin für Ihn da. Ich möchte Es einfach, Und Das schweißt Uns zusammen. Ich Habe Hier Eine Gruppe Von Freunden, Männerfreunde, Die Seit 15 Jahren Zusammen sind. Sie Kennen Meinen Freund Paul, Aber Nicht persönlich. Sie Kennen Ihn Durch mich.
Während Ich Also Paul helfe, Helfen Sie mir. Indem Sie sehen, Wie Mich Das Festhalten an Paul beeinflusst, Halten Sie Mich fest, Und Das Gab Mir Dieses Gefühl Des Geborgenseins. Daher Der Titel Des Gedichts: Die Kunst Des Netzes.
So Funktioniert das. Ich wäre Beinahe gestorben.
Du Bist an Meiner Seite. Es Ist Schwer für dich.
Und So Ist Dein Freund an Deiner Seite.
Nächsten Monat Oder nächstes Jahr Bist Du es, der
Ich stürze in Den Krater. Dann Bin Ich da.
für dich. Und Mein Alter Freund Ist da.
Für mich.
So Verteilt Ein Netz die
Gewicht, Wie Das Netz Der Herzen
Verteilt Das Leid.
Sogar Unser Hund Klettert Auf Das Haus Meiner Frau
Wenn Sie weint, Ist Das Teil Des Netzes.
Und schließlich, Das Ist „We Try So“.
Hart.
Wir klammern uns an alles – Kleidung,
Erinnerungen, Träume – so eng verbunden, wenn
Nur ihre Verbrennung wird uns wärmen.
Wir wollen so sehr zum Leben erwachen.
Wenn wir dazu sterben müssen, dann müssen wir auch sterben.
der Weg.
Und wenn wir die Liebe finden, wollen wir uns verstecken
es ist wie ein Schatz am Grund
das Meer. Stattdessen lehrt uns das Leben Demut.
einander die Fahne im Wind sein.
TS: Oh je. Danke, Mark.
MN: Oh, welch eine Freude!
TS: Da sitzen Sie nun mit diesen Tausenden, ich wage es kaum zu sagen, Gedichten und überlegen: „Wie werde ich sie gruppieren? Wie werde ich sie in die richtige Reihenfolge bringen? Wie werde ich diese Bände erstellen?“ Wie sind Sie dabei vorgegangen?
MN: Nun, es ist so interessant, weil es für mich sehr intuitiv ist. Wenn ich einen Gedichtband zusammenstelle, einen einzigen Band, sammle ich alle Titel und sogar die Gedichte selbst, wenn sie nicht zu lang sind, drucke sie alle aus und lege sie hier in meinem Arbeitszimmer auf den Boden, sodass ich sie alle sehen kann, und hole mir eine Tasse Kaffee.
TS: Gott sei Dank.
MN: – und ich starre sie einfach an. Ich unterhalte mich mit ihnen. Irgendwann tritt eines in den Vordergrund und sagt: „Ich bin das erste“, und ein anderes: „Ich bin das letzte.“ Dann, erleichtert, beginnt es sich mir wieder zu zeigen, wobei ich mein Herz wie einen Geigerzähler benutze, ohne es zu verstehen, sondern dem zu folgen, was sich richtig anfühlt. So offenbart es mir seine organische Ordnung, und dann setze ich sie so zusammen, und es beginnt, mir seine Struktur zu zeigen.
So entstehen auch meine Sachbücher. Ich habe zwar eine Idee, aber ich weiß, dass sie nur ein kleiner Anstoß ist. Keines meiner Bücher hat sich je so entwickelt, wie es letztendlich geworden ist. Und das weiß ich, und das ist wunderbar, keine Frustration. Ich fühle mich wie eine innere Entdeckerin, und in meinen Begegnungen mit der Welt, mit anderen Menschen und mit der Natur sammle ich Bruchstücke, Bilder und Fragmente, die mir stimmig erscheinen, wie Muscheln am Strand.
Dann nehme ich mir eins nach dem anderen vor, und es ist wie ein „Hm“, wie die Geschichte vom Fisch am Ufer. Ich verweile dabei, ergründe das Ganze und schreibe darüber, mal hindurch, mal darunter. Dann erkenne ich Zusammenhänge: „Oh, das passt dazu“, und daraus wird ein Kapitel. Es ist also wie das intuitive Zusammensetzen eines Mosaiks von innen nach außen. Die Struktur eines Buches entsteht also nicht nach dem logischen westlichen Ansatz: „Hier ist eine Gliederung. Jetzt fülle ich sie aus.“ Nein, anstatt das Material meinen Vorstellungen anzupassen, entdecke und füge ich all die Teile zusammen, die sich stimmig anfühlen, und lasse sie mir ihre Struktur und Bedeutung offenbaren.
TS: Wie du schon sagtest, ist es ungewöhnlich, nicht mit einer Gliederung anzufangen. Ich habe da ein Zitat von dir, Mark, aus einem früheren Gespräch, das mir wirklich im Gedächtnis geblieben ist: „Ich schreibe über das, was ich wissen muss, nicht über das, was ich weiß.“ Und ich dachte: „Hm, das ist ja interessant.“ Meistens, selbst wenn ich mit einem Autor zusammenarbeite, heißt es: „Was weißt du denn schon?“ Du hingegen schreibst über das, was du unbedingt wissen willst, was dich innerlich bewegt. Könntest du vielleicht ein bisschen darüber erzählen, denn es ist wirklich ein ungewöhnlicher Ansatz.
MN: Nun, ich habe festgestellt – und das ist einer der Gründe, warum ich so produktiv bin –, dass ich, wenn ich über das schreiben würde, was ich kenne, sehr wenig geschrieben hätte. [LACHT] Aber genau darum geht es hier. Wissen Sie, das Buch, das wir zusammen geschrieben haben, „Trinken aus dem Fluss des Lichts“ , untersucht dies sehr ausführlich: Das Leben des Ausdrucks ist ein Leben der Entdeckung, ein Leben des Lernens, und durch Beziehungen und Fragen wachsen wir, und nun gibt es Material, mit dem es sich lohnt zu arbeiten, um zu wachsen.
Ich denke, das ist ein entscheidender Punkt in unserer modernen Welt: Ein Großteil der Polarisierung entsteht dadurch, dass Menschen, deren Leben von Angst bestimmt wird, nur noch nach Bestätigung ihrer bestehenden Überzeugungen suchen. Und das ist nicht Bildung. Bildung bedeutet: „Nein, öffnet mir die Tür zu dem, was ich nicht weiß. Lasst mich etwas Neues und Interessantes entdecken, das mich herausfordert.“ Ich glaube, es war William James, der sagte: „Die meisten Menschen, wenn sie glauben, zu denken, ordnen lediglich ihre Vorurteile neu an.“
TS: Nun, ich würde gern mehr über etwas aus Ihrem Leben erfahren, nämlich über die Topfpflanze und wie man an diesen Punkt gelangen kann, an dem man sagt: „Ja, der Topf ist zu klein.“ Was ich hier kurz und ganz offen gesagt in meinem eigenen Leben festgestellt habe, ist, dass mir das immer wieder passiert. Ich muss immer wieder… und denke dann: „Okay. Gut. Ich bin aus dem Topf ausgebrochen. Es ist vorbei. Wir haben es geschafft. Glückwunsch, Tami. Das war hart, aber du bist jetzt in einer neuen Umlaufbahn, Gott sei Dank.“ Und dann passiert es wieder, und ich denke nur: „Echt jetzt?“
Wenn ich Sie über Ihren Lebensweg sprechen höre, kommen Sie oft auf Ihre Krebserkrankung zurück. Und natürlich war das eine enorme Herausforderung – ich möchte das keinesfalls verharmlosen. Mich interessiert aber, ob es jenseits der Krebserkrankung, als Sie in Ihre 40er, 50er und 60er Jahre kamen, andere Zeiten gab, in denen Sie aus einer zu engen Situation ausbrechen mussten, und wie war das für Sie? Können Sie mir davon erzählen?
MN: Ja. Ich glaube, die Erfahrungen danach waren subtiler. Meine Art, mit der Welt in Beziehung zu treten und sie zu erforschen, ist seitdem immer gleich geblieben, aber mein Gefühl, immer mehr in all das einzutauchen, worüber ich lerne … ich meine, immer tiefer im Hier und Jetzt zu sein. Es gibt kein „Dort“, es gibt nur das Hier, alles, was zählt, ist die Beziehung. Wissen Sie, wie der Dalai Lama gesagt hat, seine Religion sei Güte? Nun, ich denke, meine ist Freundschaft, und ich lebe sie immer mehr.
Also, ich glaube, es war vor etwa zehn Jahren, als ich einige mir wichtige Menschen verloren habe und meine Eltern das alles durchgemacht haben … Hier ist ein sehr kurzes Gedicht, aber es ist ein gutes Beispiel. Ich hätte dieses Gedicht nie schreiben können, wenn ich nicht … Als ich jünger war … Ich meine, es ist ein sehr kurzes Gedicht, aber es ist ein lebenslanger Einblick in die unüberbrückbare Kluft, die immer zwischen mir und meinen Eltern bestand.
Jetzt, wo sie weg sind, kann ich sie viel besser sehen, weil sie jetzt, wo sie weg sind, nicht mehr so viel Lärm machen. Als sie noch hier waren, haben sie viel Lärm gemacht und man konnte sie kaum sehen, aber das hier nennt man Lebensspuren, wie Eisenbahnschienen, Lebensspuren.
Meine Mutter hat mir beigebracht
Wie man eine Mauer baut.
Mein Vater zeigte mir
wie man es besteigt.
Das haben sie nie gesagt.
Aber sie liebten die Mauer
und nannte es ihr Zuhause.
Mit der Zeit wuchs ich wie
ein Küken im Ei.
Unweigerlich bin ich zusammengebrochen.
die Mauer, um mein Leben zu leben.
Sie haben mir nie verziehen.
Das war also so eine Art Erkenntnis, wenn man so will, ein kleiner Riss im Topf. Meine Eltern, sehr intelligente Menschen, geboren in Amerika – wir hatten Verwandte, die im Holocaust umgekommen waren –, wuchsen während der Weltwirtschaftskrise auf, sehr aufs Überleben konzentriert und sehr intelligent, aber eher nüchtern. Und dann bekamen sie einen mystischen Dichter als Sohn. Wir haben nie dieselbe Sprache gesprochen. Sie sagten immer wieder Dinge wie: „Es gibt nichts, was du nicht schaffen kannst, wenn du alles gibst.“ Ich habe ihnen geglaubt, aber später erfuhr ich, dass sie das zwar sagten, aber selbst nicht daran glaubten.
Als ich also nach Hause kam und entsprechend handelte, stellte das ihre Entscheidungen infrage, weil sie nicht ihr Bestes gegeben hatten und es ihnen egal war. Wenn sie also die Beweise für mein Handeln akzeptierten, mussten sie ihre Entscheidungen überdenken oder an ihrer Weltanschauung festhalten und mich ablehnen. Das war ein Großteil dessen, was vor sich ging, aber das wusste ich erst vor Kurzem.
TS: Eine der Fragen, die mich interessieren, Mark, ist, was in deinem Alltag dort in Kalamazoo passiert, wenn du denkst: „Oh, da kommt ein Gedicht. Ich kann es spüren. Ich höre ein Gedicht. Zeit, mich an den Schreibtisch zu setzen“, oder wie funktioniert das bei dir?
MN: Nun ja, es funktioniert… Mein Tagesablauf zu Hause ist folgender: Ich stehe früh auf. Susan ist eine Nachteule. Ich bin ein Frühaufsteher, daher finden unsere kreativen Phasen am Anfang und am Ende des Tages statt. Aber ich bin wach, und Zuzu ist auch wach. Unser Hund ist mit mir wach, und ich bin normalerweise gegen 7:00 Uhr in meinem Arbeitszimmer und habe einen guten Teil des Vormittags Zeit, einfach nur zu sein und die Welt zu entdecken. Nachmittags versuche ich dann, etwas zu unternehmen.
Vor der Pandemie ging ich oft in Cafés. Ich mag Cafés. Ich bin noch nicht wieder so weit, aber ich erledige meine Besorgungen. Ich achte auf ein ausgeglichenes Leben.
Oftmals sind Gedichte Dinge, die mich beschäftigen… Fragen, die mich beschäftigen, kommen mir plötzlich in den Sinn, wenn ich unterwegs bin. Dann halte ich an und diktiere sie entweder in mein Handy oder kritzele sie nieder, fahre an den Straßenrand und kritzele drauflos. Ich habe also schon immer viel gekritzelt, und ich glaube, so skizzieren Dichter, so wie Künstler skizzieren. So skizzieren Dichter eben.
TS: Ich lese Ihnen jetzt dieses Zitat vor, in dem Sie über Gedichte als Lehrmeister schreiben: „Ich sage gern, dass ich Gedichte eher aufgreife, als dass ich sie schreibe. Die Worte sind die Spur meines fortwährenden Dialogs mit dem Leben. Es gibt das hinduistische Wort ‚Upa Guru‘, das so viel bedeutet wie ‚der Lehrer, der in diesem Moment neben dir ist‘.“ Ich dachte: „Okay. Ist da immer ein Lehrer neben dir?“ Sie schreiben: „Es ist immer ein Lehrer neben dir, wenn wir mit offenem Herzen präsent genug sind. Die Welt in all ihren leuchtenden Details offenbart sich als solcher Lehrer.“
MN: Ja. Meine Erfahrung ist, dass es so ist. Ich verstehe nicht immer alles. Ich verpasse manches. Ich stolpere darüber, weil wir Menschen sind, aber der Lehrer ist immer da, wie ein Radiosender, der ständig sendet, selbst wenn mein Empfänger rauscht. Ich denke, das ist ein Weg, gelebten Glauben zu verstehen – nicht den Glauben an eine Lehre, eine Person, einen Weisen oder einen Heiligen, sondern den Glauben ans Leben: Egal, welche Schwierigkeiten, Verwirrung oder Unklarheit ich gerade durchmache, das ist kein Grund, die Welt negativ zu sehen. Die Gabe und der Lehrer sind immer da.
Man kann es sich auch ganz einfach wie eine Wolke vorstellen. Selbst wenn Wolken am Himmel stehen, scheint die Sonne. Das Gefühl, unter der Wolke zu sein, ist real, aber es ist nicht die ganze Realität. Genau hier liegt die Frage: Wie kann ich wieder mit ganzem Herzen dabei sein, wenn ich nur halbherzig dabei bin? Wie finde ich zurück? Es gibt so viele Lehrmeister, dass man sich keine Sorgen machen oder sich Vorwürfe machen muss, wenn man einen verpasst. Es gibt immer einen neuen.
TS: Okay. Eine letzte Frage an dich, Mark. Ich habe dich als Dichter sagen hören, dass die wahre Kunst darin besteht, zum Gedicht zu werden. Ehrlich gesagt, als ich das das erste Mal hörte, dachte ich: „Was meint er damit?“, und ich wiederhole es noch einmal. Was meinst du damit?
MN: Nun, was ich damit meine – und ich weiß, ich habe Ihnen das schon einmal gesagt – ist, dass Poesie für mich nicht die Worte auf dem Papier sind, sondern der unerwartete Ausdruck der Seele. Sie ist das Gedicht der Authentizität in uns und zwischen uns. Deshalb möchte ich mich in meiner Arbeit immer mehr dazu verpflichten, so ehrlich, wahrhaftig, authentisch, verletzlich und stark wie möglich zu sein – all das, was uns menschlich macht – und füreinander da zu sein. Und genau das ist es, was Poesie ausmacht.
TS: Mark Nepo, Autor des neuen Gedichtbandes „ Die Halbwertszeit der Engel“ . Vielen Dank, Mark, dass du dich, dein poetisches Talent und dein gütiges Herz sowie deine wundervollen Texte hier auf Insights at the Edge mit uns teilst. Danke.
MN: Danke, Tami. Vielen herzlichen Dank.
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2 PAST RESPONSES
You’ve probably never heard of Susan McHenry, but may have heard of her husband Mark Nepo, writer/philosopher? Best selling books can make one famous, but ceramics tend to be a more obscure (yet beautiful) life.
I have written quite a bit, but only published a couple things. As Anon E. Moose, I’ve come to prefer it that way. The Lover of my soul gave me a word years ago that I’ve embraced, obscurity. It has served me well as husband, father and grandfather…oh anonemoose monk too. };-
Mark and Susan live individual lives yet together in Kalamazoo. My life is inextricably connected to my family. Much (most) of what I write is influenced (informed) by relationships, with them and many others too. Yet I do appreciate the gifts of others whatever their life and times.