Neulich saß ich mit Paul, einem Mann mittleren Alters, zusammen und war von unserem Gespräch besonders berührt. Er war gerade von seinem ersten Urlaub seit Jahren zurückgekehrt und beschrieb die Höhepunkte. „Ich konnte es kaum glauben, wie schön das Meer war“, sagte er. „Ich hatte noch nie zuvor ein Meer gesehen, und dann Palmen mit eigenen Augen zu sehen und sie sogar zu berühren. Es war einfach unglaublich.“
Er begann, eine Reihe von Fotos auf seinem Handy durchzublättern, jedes zeigte eine Palme. Einige Bäume standen direkt am Strand, andere säumten den Straßenrand und schienen zu dem Haus direkt dahinter zu gehören. Manche hatten mehrere Stämme, andere eine einzige, geschwungene, elegante Linie. Mehrere seiner Fotos zeigten denselben Baum, jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Perspektiven.
Obwohl ich in meinem Leben schon viele Palmen gesehen habe, habe ich noch nie jemanden erlebt, der eine Palme wirklich wertschätzte. Das hat mich bewegt. Bei all meinen Urlauben an warmen, sonnigen Orten kam es mir nie in den Sinn, diese Bäume so sehr zu beachten. Sie waren immer nur Teil der Kulisse und etwas, das ich als selbstverständlich hinnahm.
Ich habe jedoch meine eigene Version von Pauls Palme kennengelernt. Als ich vor einigen Jahren nach Indonesien reiste, war ich sprachlos vor Ehrfurcht vor den terrassenförmig angelegten Reisfeldern, die sich hinter jeder Kurve und Ecke erstreckten. Ich bemerkte das Erstaunen des Taxifahrers über meine wiederholten Bitten, anzuhalten, damit ich mehr Fotos von diesen wunderschönen Kunstwerken machen konnte. Für ihn waren sie so alltäglich wie eine Palme für einen Floridianer oder eine Eiche für einen von uns Mittleren Westlern.
Als ich wieder zu Hause war, wollte ich meine Kamera erstmal in die Schublade legen, wo sie bis zum nächsten Konzert oder Geburtstagskuchen sicher aufbewahrt ist. Doch dann überlegte ich es mir anders. Mir fiel auf, dass ich auf Reisen an neue Orte immer meine Kamera zücke, um neue und interessante Bilder einzufangen. Ich nehme mir, wenn auch auf meine amateurhafte Art, Zeit, Objekte direkt und von der Seite zu betrachten, und bin oft überrascht von der Schönheit und Einzigartigkeit, die sich durch das Kameraobjektiv offenbaren.
Ich habe mich gefragt, ob das auch umgekehrt funktionieren könnte.
Was wäre, wenn ich in ganz gewöhnlichen und vertrauten Momenten des Alltags meine Kamera zücken oder mir einfach nur vorstellen würde, sie zücken zu müssen? Würde mich eine solche Geste dazu ermutigen, alltägliche Orte und Gegenstände als fotowürdig zu betrachten – so wie die Palmen für Paul und die indonesische Landschaft für meine Besucher?
Wenn wir schnell von einer Sache zur nächsten eilen, nehmen wir unsere Umgebung oft nicht so wahr wie auf Reisen. Diese Aufmerksamkeit scheint zu den ersten Dingen zu gehören, die wir verlieren, wenn unsere Tage voller Verpflichtungen und Aktivitäten sind. Stellen Sie sich vor, wir würden jeden Morgen in unserer Küche ankommen, wie wir an einem Urlaubsort ankommen, und die Besonderheiten der Dinge um uns herum wahrnehmen und wertschätzen. Würden wir diese Einstellung im Alltag übernehmen, würden wir vielleicht Fotos vom Sonnenlicht machen, das durch unser Küchenfenster fällt, oder vom Eigelb, das in unserer Pfanne aufsteigt.
Es lohnt sich, mit dieser Kamerapraxis zu experimentieren, egal ob wir unser Objektiv wörtlich oder metaphorisch einsetzen. Wenn wir wie ein Fotograf denken, beginnen wir, die Dinge mit anderen Augen zu betrachten – wir bemerken unsichtbare Details in Alltagsgegenständen und werden vielleicht sogar wieder von der vertrauten Welt um uns herum verzaubert.
Diese Art der Wahrnehmung können wir selbst mitten in unserem arbeitsreichen Alltag praktizieren. Es ist eines der wenigen Dinge, die wir tun können, ohne zusätzlichen Zeitaufwand – nur eine Veränderung unserer Aufmerksamkeit.
Achten Sie im Laufe des Tages auf mögliche Momentaufnahmen. Wie könnten Sie diese einrahmen und welche Details würden Sie hervorheben?
Achten Sie auf die gewöhnlichsten und außergewöhnlichsten Bilder, die Ihre Augen und Ihr Geist heute erfassen.
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3 PAST RESPONSES
Yes, yes, yes. Sometimes pausing to take a photo of the most seemingly ordinary or mundane can be the most spiritual and artistic thing I do all day. I keep my cameras out and accessible and in different locations though out the house and thank goodness for the camera on my phone!!
That's how I got into photography. I realized that I wasn't seeing the beauty in my world as I'd learned to ignore what was in front of me in search of all of life's goals.
When I picked up a camera, I gave myself the exercise to "fine the beauty that my eye has been missing" in everyday life.
It's been amazing the change. For example, I used to regard old buildings as "decrepit", now I look for old bulldings because they're more visually interesting.
Keep on clicking!
What a world of difference it would make if everyone viewed they're daily lives through such a lens! My husband is a professional photographer, he also photographs for himself on a daily basis whatever is unfolding before him, whether it is a magnificent sky or the cracked toilet tank cover. These photos were all taken with his iphone.
http://www.deruvophotograph...
I work with young children, one of the many benefits is they always remind me to view the world around be with awe, with or without the camera.