Auszug aus Kent Nerburns Buch „ Small Graces “: 
Die Nacht bricht herein. Es ist Zeit zum Schlafen.
Ich bin heute einen ruhigen Weg gegangen. Ich habe weder viel Gutes noch viel Böses getan. Ich hätte mir mehr gewünscht – ein dramatisches Ereignis, etwas Denkwürdiges. Aber mehr gab es nicht. Dies war der Tag, der mir geschenkt wurde, und ich habe versucht, ihm mit Demut zu begegnen.
Wie wenig es doch scheint. Wir streben nach Perfektion, wollen immer mehr für uns und unser Leben und streben nach unerreichbaren Zielen. Wir leben zwischen den unendlichen Weiten von Vergangenheit und Zukunft in dem schmalen Lichtstrahl, den wir „Heute“ nennen. Und doch ist heute nie genug.
Woher kommt er, dieser seltsame, unstillbare menschliche Drang nach „mehr“, der Segen und Fluch zugleich ist? Er hat uns dazu gebracht, den Blick zum Himmel zu erheben und die Teile des Universums zusammenzufügen, bis wir einen Schatten der göttlichen Schöpfung erblicken können. Doch um dieses Wissen zu erlangen, haben wir manchmal das Geheimnis einer Wolke, die Schönheit eines Gartens, die Freude eines einzigen Schrittes verloren.
Wir müssen lernen, das Kleine ebenso wertzuschätzen wie das Große. [...]
„Konfuzius sagte seinen Anhängern: ‚Bringt den Alten Frieden, vertraut euren Freunden und schätzt die Jungen.‘
Brauchen wir wirklich viel mehr als das? Die Morgendämmerung ehren. Einen Garten besuchen. Mit einem Freund sprechen. Eine Wolke betrachten. Eine Mahlzeit genießen. Unsere Häupter vor dem Mysterium des Tages neigen. Ist das nicht genug?
Die Welt, die wir gestalten, ist die Welt, die wir berühren – mit unseren Worten, unseren Taten, unseren Träumen.
Wenn wir das Glück haben, das Leben vieler zu berühren, dann sei es so. Doch wenn unser Schicksal nicht mehr ist als das Decken eines Tisches, die Pflege eines Gartens oder das Zeigen eines Waldweges für ein Kind, ist unser Leben nicht weniger wertvoll.
Ich krieche in mein Bett, spüre die zunehmende Wärme der Decke, höre den ruhigen Rhythmus des sanften Atmens meiner Frau.
Draußen weht der Wind sanft und streift mit einem Ast der Birke das Haus.
Gerechtigkeit üben. Barmherzigkeit lieben. Demütig mit unserem Gott wandeln.
Den Alten Frieden bringen. Vertrauen in unsere Freunde haben. Die Jungen wertschätzen.
Manchmal, so scheint es, verlangen wir zu viel. Manchmal vergessen wir, dass die kleinen Gnaden genügen.
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3 PAST RESPONSES
very nice notes i am loving them
And yet too, always and only by Grace (lotsa Grace) are we enabled to come to it, to "be" love and grace, mercy and compassion, in and to a broken and needy world and people, right where we are planted. }:- ❤️ anonemoose monk
#longobedience
#unforcedrhythms
Thank you for this beautiful reminder of "Enough"
I have this one word tattooed on my wrist, it serves many meanings and this is one: that we are enough as we are made and in what we do daily. All we need to do is be ourselves and show up <3 It is enough. <3