Haben Sie schon von Katzencafés auf der ganzen Welt gehört? Von Tokio bis Paris und von Taipeh bis Budapest gibt es Cafés, in denen Sie die Gesellschaft Ihrer Katzenfreunde genießen und dabei an Ihrer Tasse Kaffee nippen können.
Ich war noch nie in einem Katzencafé. Aber in Mumbai habe ich einen Katzenwäscheservice gefunden.
„Es ist besser, die Dinge den Experten zu überlassen, als mit Ihren wertvollen Stoffen zu experimentieren“, verkündet ein Zeitungsausschnitt, der an der Wand der Wäscherei Indian Express klebt.
Indian Express wurde 1940 gegründet und befindet sich im geschäftigen Colaba-Markt, in der Nähe des Gateway of India, dem Wahrzeichen Mumbais. Es ist nicht nur eine Wäscherei mit langer Geschichte. Es ist auch ein Ort des Mitgefühls.
Mehrere Katzen verweilen und schlafen vor dem Laden. Auf dem Bürgersteig steht ein Wassernapf für sie. Darauf ist in verschnörkelten Buchstaben ein passender Spruch gemalt: „Total verwöhnt und ich liebe es!“
Im Laden sind noch weitere Katzen. Manche laufen mit leichten Schritten umher und rollen dabei genussvoll den Schwanz, andere dösen ungestört zwischen den Wäschebergen.
Dieser Anblick berührt mich immer wieder, wenn ich vorbeigehe. Und eines Tages halte ich an und frage: Wie wurde aus einer Wäscherei ein Zufluchtsort für Straßenkatzen? Ich werde freundlich begrüßt und verbringe einen wundervollen Nachmittag damit, die Geschichte zu erfahren.
„Die Tochter des Ladenbesitzers mag Katzen“, erklärt Umesh V. Amin. „Vor sieben Jahren rettete die Tochter des Ladenbesitzers eine Straßenkatze aus der Not. Sie überredete ihren Vater, die Katze im Laden zu lassen.“ So wurde der Indian Express zum Zuhause der gelbgestreiften Katze Babli, die nun tief und fest im Obergeschoss schläft. Es scheint ein passender Platz für die erste Katze des Ladens zu sein: Von dort aus kann Babli das Geschehen im Laden bequem beobachten.
Im Laufe der Jahre sind viele Katzen in Bablis Pfotenstapfen getreten.
Im Hof hinter dem Laden versteckt sich der schüchterne Koyal hinter einem alten Bürostuhl. Rajnikanth, Namensvetter eines bekannten Schauspielers, kommt herein und schaut direkt in meine Kamera, während der einäugige Kaani auf einen Beistelltisch springt und wartet, während Amins Kollege Ranganathan Kanavde Trockenfutter auf einen Teller schüttet. Auf einem anderen Tisch lümmelt es sich Lata Mangeshkar, benannt nach einem der größten Stars der indischen Filmmusik. „Weil die Stimme dieser Katze so süß ist“, sagt Amin.
Indian Express bietet insgesamt rund fünfzehn Katzen einen sicheren Zufluchtsort. „Während der Regenzeit schlafen die Katzen im Laden“, erklärt Kanavde. Die Mitarbeiter kümmern sich auch um die Impfungen der Katzen.
Was denken die Kunden? Während eine junge Frau auf der Theke auf ihre saubere Wäsche wartet, erzählt sie mir, dass sie Katzen liebt und die Pflege der Katzen hier sehr schätzt.
Laut Amin ist die Mehrheit der Kunden von den Katzen begeistert. „Und wer keine Katzen mag, kommt trotzdem wieder. Besseren Service gibt es nirgendwo!“, lacht er.
Text & Fotos: Maria Jain
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2 PAST RESPONSES
Sounds a very simple story but how many of have done something even close to this?
I really appreciate the laundry shop and everyone of the members.
Here's to being the shelter for each other whether two-legged, four-legged, furred or feathered !