
Was löst Ehrfurcht in uns aus? Dieses Wort, Ehrfurcht – das Gefühl, in der Gegenwart von etwas Unermesslichem zu stehen, das unser Verständnis der Welt übersteigt – wird oft mit dem Außergewöhnlichen in Verbindung gebracht. Man stellt sich vor, neben einem 100 Meter hohen Baum zu stehen oder auf einer weiten Ebene, während ein Sturm aufzieht, oder den Klang einer E-Gitarre in einer Arena zu hören, oder den winzigen Finger eines Neugeborenen zu halten. Ehrfurcht überwältigt uns: Sie erinnert uns daran, dass es Kräfte gibt, die größer sind als wir selbst, und sie offenbart uns, dass unser gegenwärtiges Wissen nicht ausreicht, um das Erlebte zu begreifen.
Man braucht keine außergewöhnlichen Umstände, um Ehrfurcht zu empfinden. Als meine Kollegen und ich Studienteilnehmer baten, ihre Erlebnisse der Ehrfurcht in einem Tagebuch festzuhalten, stellten wir überrascht fest, dass die Menschen sie im Durchschnitt etwas mehr als zweimal pro Woche erlebten. Und sie fanden sie im Alltäglichen: die Großzügigkeit eines Freundes, das Spiel von Licht und Schatten eines belaubten Baumes auf dem Gehweg, ein Lied, das sie an ihre erste Liebe erinnerte.
Wir brauchen diese alltägliche Ehrfurcht, selbst wenn wir sie an den unscheinbarsten Orten entdecken. Eine Auswertung relevanter Studien legt nahe, dass ein kurzer Moment der Ehrfurcht Stress reduzieren, Entzündungen hemmen und das Herz-Kreislauf-System stärken kann. Zum Glück müssen wir nicht darauf warten, zufällig darauf zu stoßen; wir können aktiv danach suchen. Ehrfurcht ist überall um uns herum. Wir müssen nur wissen, wo wir sie finden.
Gemeinsam mit Virginia Sturm, einer Neurowissenschaftlerin der UC San Francisco, untersuchte ich die Auswirkungen eines „Ehrfurchtsspaziergangs“. Eine Gruppe von Probanden unternahm acht Wochen lang wöchentlich einen Spaziergang; die andere Gruppe tat dasselbe, erhielt aber folgende Anweisungen: Sie sollten ihre kindliche Neugierde wecken und sich vorstellen, alles zum ersten Mal zu sehen. Nehmen Sie sich bei jedem Spaziergang einen Moment Zeit, um die Weite der Dinge wahrzunehmen – beispielsweise beim Betrachten eines Panoramablicks oder der Details einer Blume. Und besuchen Sie neue Orte oder versuchen Sie, neue Merkmale an bekannten Orten zu entdecken. Alle Teilnehmer berichteten über ihr Wohlbefinden, ihre Angstzustände und Depressionen und machten während ihrer Spaziergänge Selfies.
Wir stellten fest, dass die Teilnehmer der „Awe Walks“ mit jeder Woche mehr Ehrfurcht empfanden. Man hätte annehmen können, dass ihre Fähigkeit zu Ehrfurcht abnehmen würde: Dies ist als Gesetz der hedonistischen Adaptation bekannt, wonach bestimmte Freuden oder Errungenschaften – ein neuer Job, eine größere Wohnung – mit der Zeit an Reiz verlieren. Doch je mehr wir Ehrfurcht üben, desto intensiver scheint sie zu werden.
Wir fanden auch Hinweise darauf, dass sich das Selbst auf die Umgebung ausdehnen kann. In der Gruppe, die einen Spaziergang in Ehrfurcht unternahm, zeigten die Selfies der Teilnehmenden zunehmend weniger von sich selbst. Mit der Zeit rückten die Probanden immer mehr in den Hintergrund und präsentierten ihre Umgebung – eine Straßenecke in San Francisco, die Bäume, die Felsen am Pazifik. Im Verlauf unserer Studie berichteten die Teilnehmenden des Spaziergangs in Ehrfurcht von weniger täglichem Stress und mehr positiven sozialen Emotionen wie Mitgefühl und Freude.
Fast drei Jahre nach Beginn einer Pandemie, die viele von uns ohnmächtig und klein fühlen ließ, mag die Suche nach dem Unermesslichen und Geheimnisvollen nicht verlockend erscheinen. Doch oft kann die Auseinandersetzung mit dem Überwältigenden die Dinge in ein neues Licht rücken. Der Blick in den Sternenhimmel, die Betrachtung einer Skulptur, die uns erschaudern lässt, das Lauschen einer komplexen, Gänsehaut erzeugenden Melodie – solche Erlebnisse erinnern uns daran, dass wir Teil von etwas sind, das noch lange nach uns bestehen wird. Es tut uns gut, uns dem Staunen zu öffnen, wo immer wir es finden können, und sei es nur für einen kurzen Augenblick.
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What about taking awe up a few notches, just for fun? Let's track what happens when complex adaptive systems experiment with awe and wonder during the Fritjof Capra's Course for 12 weeks, beginning this month? That could be an organization, neighborhood, or my favorites - cities and bio-regions. We're exploring it in the City of St Petersburg Florida, since Kelter's surprise visit to the Dali Museum in August 2023. We are a City of Compassion, based upon the Charter of Compassion, living into being a beloved community. Gary King has been placing HAPPINESS signs on city and utility posts for years. Now they are in the public schools. Is there something in these cohering fields? Love?