Back to Stories

Lebenszyklus Der Entstehung: Nutzung Der Entstehung Zur Skalierung Sozialer Innovationen

Trotz aktueller Werbung und Slogans verändert sich die Welt nicht von einer Person nach der anderen. Sie verändert sich, wenn sich zwischen Menschen, die ein gemeinsames Ziel und eine gemeinsame Vision des Möglichen entdecken, Netzwerke von Beziehungen bilden. Das sind gute Nachrichten für diejenigen unter uns, die die Welt verändern und eine positive Zukunft gestalten wollen. Anstatt uns um die kritische Masse zu sorgen, besteht unsere Aufgabe darin, wichtige Verbindungen zu fördern. Wir müssen nicht viele Menschen von Veränderungen überzeugen; wir müssen uns vielmehr mit Gleichgesinnten vernetzen. Durch diese Beziehungen entwickeln wir neues Wissen, neue Praktiken, Mut und Engagement, die zu umfassenden Veränderungen führen.

Doch Netzwerke sind nicht die ganze Geschichte. Wenn Netzwerke wachsen und sich in aktive, funktionierende Praxisgemeinschaften verwandeln, entdecken wir, wie sich das Leben wirklich verändert, und das geschieht durch Emergenz. Wenn sich getrennte, lokale Bemühungen zu Netzwerken verbinden und dann zu Praxisgemeinschaften stärker werden, entsteht plötzlich und überraschend ein neues System auf größerer Ebene. Dieses einflussreiche System besitzt Eigenschaften und Fähigkeiten, die den einzelnen Mitgliedern unbekannt waren. Sie waren nicht verborgen; sie existieren einfach nicht, bis das System entsteht. Sie sind Eigenschaften des Systems, nicht des Einzelnen, aber wenn sie erst einmal da sind, besitzen die einzelnen Mitglieder sie. Und das entstehende System besitzt immer mehr Macht und Einfluss, als dies durch geplante, schrittweise Veränderung möglich wäre. Durch Emergenz schafft das Leben radikale Veränderungen und bringt Dinge ins rechte Licht.

Seit seiner Gründung 1992 experimentiert das Berkana Institute mit dem Lebenszyklus der Emergenz: Wie lebende Systeme als Netzwerke beginnen, sich zu intentionalen Praxisgemeinschaften entwickeln und sich zu leistungsstarken Systemen mit globalem Einfluss entwickeln. Durch unsere Arbeit mit Gemeinschaften in vielen verschiedenen Ländern lernen wir, was möglich ist, wenn wir Menschen über Unterschiede und Distanzen hinweg verbinden. Indem wir die Erkenntnisse lebender Systeme anwenden und gezielt mit Emergenz und ihrem Lebenszyklus arbeiten, zeigen wir, wie lokale soziale Innovationen skaliert werden können und Lösungen für viele der hartnäckigsten Probleme der Welt bieten – wie etwa die Gesundheit der Bevölkerung, ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Eigenständigkeit.

Warum wir Netzwerke verstehen müssen

Forscher und soziale Aktivisten entdecken zunehmend die Macht von Netzwerken und Vernetzung. Und es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Netzwerke die neue Form der Organisation sind. Belege für selbstorganisierte Netzwerke finden sich überall: bei sozialen Aktivisten, Terrorgruppen, Drogenkartellen, Straßengangs und webbasierten Interessengruppen. Obwohl wir diese Netzwerke mittlerweile überall sehen, liegt das nicht daran, dass sie eine neue Form der Organisation darstellen. Es liegt daran, dass wir unsere alten Scheuklappen abgelegt haben, die nach Hierarchie und Kontrollmechanismen suchen und glauben, dass Organisation nur durch menschlichen Willen und menschliches Eingreifen entsteht.

Netzwerke sind die einzige Organisationsform lebender Systeme auf diesem Planeten. Diese Netzwerke entstehen durch Selbstorganisation, bei der Individuen oder Arten ihre gegenseitige Abhängigkeit erkennen und sich so organisieren, dass die Vielfalt und Lebensfähigkeit aller gefördert wird. Netzwerke schaffen die Voraussetzungen für Emergenz, die den Wandel des Lebens ausmacht. Da Netzwerke die erste Phase der Emergenz darstellen, ist es wichtig, ihre Dynamik zu verstehen und zu verstehen, wie sie sich zu Gemeinschaften und schließlich zu Systemen entwickeln.

Dennoch zeugen viele aktuelle Arbeiten zu Netzwerken von einer Voreingenommenheit gegenüber alten Paradigmen. In der sozialen Netzwerkanalyse werden physische Darstellungen des Netzwerks durch die Abbildung von Beziehungen erstellt. Dies ist hilfreich, um Menschen von der Existenz von Netzwerken zu überzeugen, und oft sind sie fasziniert, wenn Netzwerke sichtbar gemacht werden. Andere Netzwerkanalytiker benennen die Rollen der Netzwerkmitglieder oder unterscheiden zwischen verschiedenen Teilen des Netzwerks, etwa Kern und Peripherie. Es mag zwar nicht die Absicht dieser Forscher sein, aber ihre Arbeit wird oft von Führungskräften genutzt, um Wege zu finden, das Netzwerk zu manipulieren und es auf traditionelle und kontrollierende Weise zu nutzen.

* Was in diesen Analysen fehlt, ist eine Untersuchung der Dynamik von Netzwerken:

* Warum bilden sich Netzwerke? Welche Bedingungen begünstigen ihre Entstehung?

* Was hält ein Netzwerk am Leben und lässt es wachsen? Was hält die Mitglieder in Verbindung?

* Welche Art von Führung ist erforderlich? Warum werden Menschen zu Führungskräften?

* Welche Art von Führung stört oder zerstört das Netzwerk?

* Was passiert, nachdem sich ein gesundes Netzwerk gebildet hat? Was kommt als Nächstes?

Wenn wir diese Dynamik und den Lebenszyklus der Entstehung verstehen, was können wir als Führungskräfte, Aktivisten und Sozialunternehmer tun, um die Entstehung gezielt zu fördern?

Was ist Emergenz?

Emergenz widerspricht so vielen unserer westlichen Annahmen über den Ablauf von Veränderungen, dass es oft lange dauert, sie zu verstehen. In der Natur geschieht Veränderung nie als Ergebnis von Top-down-Strategien oder aufgrund des Mandats einer einzelnen Person oder eines Vorgesetzten. Veränderung beginnt, wenn lokale Aktionen gleichzeitig in vielen verschiedenen Bereichen entstehen. Bleiben diese Veränderungen isoliert, geschieht nichts über die einzelnen Orte hinaus. Werden sie jedoch miteinander verknüpft, können lokale Aktionen zu einem mächtigen System mit Einfluss auf globalerer oder umfassenderer Ebene werden. (Global bedeutet hier einen größeren Maßstab, nicht unbedingt den gesamten Planeten.)

Share this story:

COMMUNITY REFLECTIONS

1 PAST RESPONSES

User avatar
Theodora Apr 22, 2015
Intrinsically connected to any concept that is emerging is looking to what stands in the way and blocks the new from arising. This is why ignorance and arrogance are both self and collectively-defeating; they prevent the respect and freedom that is necessary for true innovation and evolutionary knowledge to emerge. Attempting to control, intending results, and consciously or unconsciously forcing inherently blocks the movement of the larger "spirit", which is bringing healing, and new growth. Clinging and insisting upon former paradigms that are no longer working, meaningful, appropriate, and are even dangerous to persist in doing is counter-productive to advancement. It requires courage to turn and face what was good in the past, but is now detrimental in the present and for the future, and remain open and generous to the newly emerging. Fear of the unknown and close-mindedness keep ignorance and arrogance brokering for leverage to sway all things to the former, to the known, to ... [View Full Comment]