Aus Werken & Gesprächen 1. Januar 2001
Ein Gespräch mit Melanie DeMore: Klangbewusstsein
Das Musikprogramm der St. Paul's Episcopal School in Oakland, Kalifornien, hat mir die Augen geöffnet. Ich habe dort Enkelkinder und durfte mehrere Schulkonzerte besuchen. Jeder Schüler, vom Kindergartenkind bis zur Sechstklässlerin, tritt auf. Die Aufführungen unter der Leitung der verschiedenen Musiklehrer von St. Paul's waren stets beeindruckend. Beeindruckend ist die Vielseitigkeit der Musikauswahl, die Qualität der Darbietungen der Kinder und die stets spürbare musikalische Vielseitigkeit des Unterrichts. Schon bei meinem ersten Konzert dort wurde mir sofort klar, dass die Pädagogik von St. Paul's Musikunterricht als wesentlichen Bestandteil einer echten Ausbildung ansieht.
Früher hätte ich dieser Aussage vielleicht zugestimmt, aber ich hatte nie den direkten Eindruck, dass sie stimmte. Dies geschah bei einem ihrer Konzerte. Es ist nicht leicht zu beschreiben, was ich sah. Während des Auftritts einer Klasse fiel mir die ungewöhnlich gespannte Aufmerksamkeit auf, die die Kinder ihrem Dirigenten/Lehrer schenkten. Und mir fiel etwas an der Haltung und dem Verhalten des Lehrers jedem Kind gegenüber auf. Da war eine Würde, die ich noch nie zuvor gesehen hatte – nicht im Geringsten steif. Aber ich konnte erkennen, dass an jeden Schüler eine gewisse Anforderung gestellt wurde, die von einem gewissen Respekt für jedes Kind geprägt war. Ich konnte erkennen, wie förderlich diese Anforderung und dieser Respekt für die Entwicklung eines Kindes waren. Ich konnte das erkennen, und ich hatte keinen Zweifel daran, was ich sah.
Danach war ich jedes Mal, wenn ich ein Schülerkonzert in St. Paul's besuchte, gespannt, was es bringen würde. Und was ich beim letzten Konzert sah, trieb mich zum Handeln. Nach dem Konzert sprach ich zwei Musiklehrer an und schlug ihnen ein Interview vor. Melanie DeMores Klasse hatte einige Lieder a cappella aufgeführt, die Hand- und Armbewegungen sowie Ohrfeigen in einem synkopierten Rhythmus beinhalteten. Es war eine relativ komplexe Angelegenheit, und die Aufführung erforderte mehr als nur das Auswendiglernen von Melodie und Text. Körperbewegungen, Timing und Rhythmus, Text und Melodie mussten perfekt zusammenpassen. Und jedes Kind musste auf derselben Wellenlänge sein.
Wie könnte diese komplexe Anforderung und dieses Engagement nicht eine tiefgreifende und positive Entwicklung fördern? Traditionelle Kulturen scheinen die Bedeutung solcher Dinge zu kennen. Doch in unseren Schulen scheinen wir weitgehend vergessen zu haben, wie wichtig es ist, mehr als nur das normale Denken zu fördern. Bei diesen Konzerten spürte ich, dass eine umfassendere Bildung stattfand. Es war aufregend.
Melanie DeMores Karriere ist vielseitig. Sie tritt selbst als Solistin auf, leitet Gesangsworkshops für professionelle und gemeindebasierte Chöre und unterrichtete ihr Programm „Sound Awareness“ in Schulen, Gefängnissen und Jugendorganisationen in den USA, Kanada, Kuba und Neuseeland. DeMore leitete zehn Jahre lang den Oakland Youth Chorus, ist Gründungsmitglied des hochgelobten Vokalensembles „Linda Tillery and the Cultural Heritage Choir“ und langjähriges Mitglied des „The Threshold Choir“. Sie lehrt am California Institute of Integral Studies und an der UC Berkeley.
Nach 21 Jahren als Lehrerin an der St. Paul's University sucht sie neue Herausforderungen. Daher freute ich mich besonders, sie zu einem Interview eingeladen zu haben. Trotz ihres vollen Terminkalenders ergab sich an einem sonnigen Morgen des 4. Juli die Gelegenheit für ein Gespräch.
Lesen Sie hier das vollständige Interview.
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Thank you for sharing this most amazing song and the accompanying interview. Melanie DeMore is a true gift. I want to share this song with everyone I know and love!