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Eine Neue Strategie Zur Bewältigung Emotionalen Stresses

Eine Studie von MIT-Wissenschaftlern unterstützt „soziales Wohl“ als kognitiven Ansatz zur Bewältigung sehr stressiger Ereignisse.

Manche Menschen, insbesondere im öffentlichen Dienst, vollbringen Bewundernswertes: Denken Sie an Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die um das Leben ihrer Patienten kämpfen, oder an Rettungskräfte, die am Unfallort eintreffen. Doch die emotionale Belastung kann zu einer psychischen Belastung werden. Studien zeigen, dass Rettungskräfte einem erhöhten Risiko für psychische Probleme wie posttraumatische Belastungsstörungen ausgesetzt sind. Wie können Menschen solche belastenden Erfahrungen durchstehen und gleichzeitig ihr Wohlbefinden bewahren?

Eine neue Studie des McGovern Institute for Brain Research am MIT zeigt, dass eine auf soziales Wohl ausgerichtete kognitive Strategie Menschen bei der Bewältigung belastender Ereignisse unterstützen kann. Das Forschungsteam stellte fest, dass der Ansatz mit einer anderen bewährten Strategie zur Emotionsregulation vergleichbar ist und somit ein neues Instrument für den Umgang mit äußerst schwierigen Situationen eröffnet.

„Wie Sie denken, kann Ihr Gefühlsleben verbessern“, sagt John Gabrieli , Grover Hermann Professor für Gesundheitswissenschaften und Technologie sowie Professor für Gehirn- und Kognitionswissenschaften am MIT und Hauptautor der Studie. „Diese Forschung legt nahe, dass der Social-Good-Ansatz besonders hilfreich sein könnte, um das Wohlbefinden von Menschen zu verbessern, die ständig emotional belastenden Ereignissen ausgesetzt sind.“

Die am 25. Juni 2024 in PLOS ONE veröffentlichte Studie untersucht erstmals die Wirksamkeit dieser kognitiven Strategie. Nancy Tsai, Postdoktorandin in Gabrielis Labor am McGovern Institute, ist die Hauptautorin der Arbeit.

Werkzeuge zur Emotionsregulierung

Emotionsregulation ist die Fähigkeit, unser Erleben von Emotionen mental neu zu ordnen – eine Fähigkeit, die für die Erhaltung einer guten psychischen Gesundheit entscheidend ist. Dies kann dazu beitragen, dass man sich im Umgang mit negativen Ereignissen besser fühlt. Emotionsregulation verbessert nachweislich die emotionalen, sozialen, kognitiven und physiologischen Ergebnisse über die gesamte Lebensspanne.

Eine Strategie zur Emotionsregulation ist die Distanzierung. Dabei verarbeitet man ein negatives Ereignis, indem man es sich als weit weg, vor langer Zeit oder aus der Perspektive einer dritten Person vorstellt. Distanzierung ist als nützliches kognitives Werkzeug gut dokumentiert, kann aber in bestimmten Situationen, insbesondere in sozial aufgeladenen, weniger effektiv sein – wie zum Beispiel bei einem Feuerwehrmann, der eine Familie aus einem brennenden Haus rettet. Anstatt sich zu distanzieren, kann man gezwungen sein, sich direkt mit der Situation auseinanderzusetzen.

„In solchen Fällen kann der ‚Gemeinwohl‘-Ansatz eine wirkungsvolle Alternative sein“, sagt Tsai. „Wenn jemand diese Methode anwendet, sieht er eine negative Situation als Chance, anderen zu helfen oder weiteren Schaden zu verhindern.“ Ein Feuerwehrmann beispielsweise, der emotional unter Druck steht, könnte sich darauf konzentrieren, dass er durch seine Arbeit Leben retten kann. Da diese Idee bisher nicht wissenschaftlich belegt war, sahen Tsai und ihr Team gemeinsam mit Gabrieli die Möglichkeit, diese Strategie gründlich zu prüfen.

Eine neuartige Studie

Die MIT-Forscher rekrutierten eine Gruppe Erwachsener und ließen sie einen Fragebogen ausfüllen, um Informationen zu demografischen Merkmalen, Persönlichkeitsmerkmalen und aktuellem Wohlbefinden sowie zu ihrem Umgang mit Emotionen und Stress zu sammeln. Die Gruppe wurde nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe, die Distanz pflegte, und eine Gruppe, die soziales Engagement anstrebte. In der Online-Studie wurde jeder Gruppe eine Reihe von Bildern gezeigt, die entweder neutral (wie Obst) oder stark abstoßend (wie Körperverletzungen) waren. Die Teilnehmer wurden umfassend über die Art der Bilder informiert, die sie sehen könnten, und konnten jederzeit von der Studie zurücktreten.

Jede Gruppe wurde gebeten, mit ihrer zugewiesenen kognitiven Strategie auf die Hälfte der negativen Bilder zu reagieren. Beispielsweise könnte sich eine Person der Distanzierungsgruppe beim Betrachten eines verstörenden Bildes vorstellen, es handele sich um einen Screenshot aus einem Film. Umgekehrt könnte eine Person der Gruppe, die sich für das Gemeinwohl einsetzte, auf das Bild reagiert haben, indem sie sich vorstellte, sie sei ein Ersthelfer, der Menschen vor Schaden bewahrt. Bei der anderen Hälfte der negativen Bilder wurden die Teilnehmer gebeten, diese nur anzusehen und auf ihre Emotionen zu achten. Die Forscher fragten die Teilnehmer nach jedem Bild, wie sie sich fühlten.

Soziales Wohl als wirksame Strategie

Das MIT-Team stellte fest, dass Distanzierung und soziales Engagement dazu beitrugen, negative Emotionen zu verringern. Die Teilnehmer berichteten, dass sie sich nach dem Betrachten negativer Inhalte besser fühlten, wenn sie diese Strategien anwendeten, als wenn sie dies nicht taten. Sie gaben an, dass beide Strategien leicht umzusetzen seien.

Die Ergebnisse zeigten auch, dass Distanzierung insgesamt einen stärkeren Effekt hatte. Wichtig ist jedoch, dass Tsai und Gabrieli überzeugt sind, dass diese Studie überzeugende Belege dafür liefert, dass Gemeinwohl eine wirksame Methode ist, die sich besser für Situationen eignet, in denen Menschen keine Distanz wahren können, wie etwa bei der Rettung einer Person nach einem Autounfall. „Was im Alltag wahrscheinlicher ist“, bemerkt Tsai. Darüber hinaus entdeckte das Team, dass Menschen, die den Ansatz des Gemeinwohls am erfolgreichsten anwendeten, Stress eher als förderlich denn als schwächend empfanden. Laut Tsai könnte dieser Zusammenhang auf psychologische Mechanismen hinweisen, die sowohl der Emotionsregulation als auch der Stressreaktion zugrunde liegen.

Die Ergebnisse zeigten zudem, dass ältere Erwachsene die kognitiven Strategien effektiver nutzten als jüngere. Das Team vermutet, dass dies vermutlich daran liegt, dass ältere Erwachsene, wie frühere Studien gezeigt haben, ihre Emotionen besser regulieren können, vermutlich aufgrund ihrer größeren Lebenserfahrung. Die Autoren weisen darauf hin, dass eine erfolgreiche Emotionsregulation auch kognitive Flexibilität oder eine anpassungsfähige Denkweise erfordert, um sich gut an unterschiedliche Situationen anzupassen.

„Das heißt nicht, dass Menschen wie Ärzte ihre Emotionen so weit umstellen sollten, dass sie sich vollständig von negativen Situationen lösen“, sagt Gabrieli. „Aber unsere Studie zeigt, dass der gesellschaftliche Ansatz eine wirksame Strategie sein kann, um den immensen emotionalen Anforderungen bestimmter Berufe zu begegnen.“

Das MIT-Team ist der Ansicht, dass zur weiteren Validierung dieser Arbeit weitere Studien erforderlich seien und dass derartige Forschungen vielversprechend seien, da sie neue kognitive Werkzeuge aufdecken könnten, die es Einzelpersonen ermöglichen, für sich selbst zu sorgen, während sie mutig die Herausforderung annehmen, für andere zu sorgen.

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COMMUNITY REFLECTIONS

2 PAST RESPONSES

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Sandy Weiner Jul 22, 2024
As my inner pain and burnout are slowly easing, I read this with wonder who the target audience is and the appropriateness for people like me who have been working with situations that seem to have no end in sight. Yes holding the context of doing for the greater good has made a difference and distancing as well. But I work with people and build close ties and connections, making distancing no longer possible in a situation that seems yo be getting worse. Staying positive recently has not been easy. I've had to redefine what hope means. And take take time for myself to just breath and distance while healing...unsure what I can manage next.
Notice my breath. Come back to the moment. Be appreciative of where I am. Allow for healing while I acknowledge how vulnerable and tired I am. Distancing... saying no when my heart wants to go more and my body and mind and emotions know I need living care before I can step out forward again.returning to noticing my breath again and again.
Reply 1 reply: Kristin
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Kristin Pedemonti Jul 22, 2024
Hearing you deeply. 100% resonate with your lived experiences. I had the same thoughts. Thank you for sharing. ♡