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Essen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens und spiegelt unsere Gesundheit, unseren Lebensstil, unsere Zeit und unsere Werte wider. Wie bei so vielen von uns drehen sich auch meine Kindheitserinnerungen an bestimmte Ereignisse um gemeinsames Essen und gemeinsame Mahlzeiten. Sonntagsessen mit meiner polnischen Großmutter, die Pierogi und Czarnina zubereitete. Köstliche Windbeutel, die wir auf der Wisconsin State Fair gierig verschlangen. Rubinrote Tomaten und dorniger Kohlrabi aus unserem Garten, frisch gebraten für das Abendessen. Essen war ein Band der Liebe, Fürsorge und Verbundenheit zu unseren Familien und der weiteren Gemeinschaft.
Doch was wäre, wenn wir uns Essen heute neu vorstellen würden? Wie könnte Essen unserem geschäftigen, zersplitterten Leben Sinn und Zweck verleihen? Und wie könnte Essen uns wieder ganz machen?
Diese Fragen stellte ich mir, nachdem mein ältester Sohn Chris, der Autist ist, sein Studium in Chemie und Umweltwissenschaften abgeschlossen hatte. Chris ist ein hochbegabter junger Mann, doch die sozialen Herausforderungen eines traditionellen Berufs fielen ihm schwer. Nach nur wenigen Monaten als Umweltforscher wurde er trotz seiner Bemühungen, sich für sich selbst einzusetzen, zum Rücktritt aufgefordert. Er brauchte offensichtlich einen anderen Weg, um seine Talente in der Arbeitswelt einzusetzen.
Als er nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes nach Hause zurückkehrte, dachten wir nach, träumten und redeten. Während wir Chris bei der Rückkehr nach Hause halfen, machten wir eine ernüchternde Beobachtung: Fast alle seiner autistischen Altersgenossen waren trotz Hochschulabschluss chronisch arbeitslos. Unsere Welt erschien klein und trostlos, und Chris' Zukunft war ungewiss.
Es war das Essen, das uns langsam wieder zum Leben erweckte. Gemeinsame Mahlzeiten, Kochkurse, genossene Köstlichkeiten in der Küche. Essen war unsere Rettung in schwierigen, selbstkritischen Tagen. Und dann dachten wir darüber nach, welche Rolle Essen in Chris' Leben spielte, und sahen einen Weg in seine Zukunft.
Chris hatte schon immer eine Leidenschaft für gutes Essen. Während seines Studiums am Hope College in Michigan besuchten er und sein bester Freund regelmäßig Bauernmärkte und kauften bei lokalen Bauern frisches Obst und Gemüse sowie Fleisch. Er liebte die Landwirtschaft und die Chemie des Bodens. Ein Sommerpraktikum im Bereich Biolandwirtschaft am White Violet Center for Eco-Justice in Terre Haute, Indiana, direkt nach dem College-Abschluss weckte in ihm den Wunsch, Landwirt zu werden. Und das blieb sein Traum.
Mir war klar, wie wichtig es mir war, mit Chris zusammenzuarbeiten und ihm zu helfen, seinen Traum zu verwirklichen. Ich hatte wenig Hoffnung, potenzielle Arbeitgeber davon zu überzeugen, Chris einen Job zu vermitteln. Andererseits sah ich eine Chance, angesichts der erschreckenden Arbeitslosigkeit von 90 Prozent, mit der Menschen mit Autismus konfrontiert sind, unternehmerisch tätig zu werden. Warum nicht ein soziales Projekt gründen, das auf Chris' großer Leidenschaft basiert – dem Anbau frischer, regionaler Lebensmittel – und Lebensmittel nutzt, um ihn und andere Autisten wieder in die Arbeitswelt zu integrieren?
Dieser zündende Gedanke brachte uns dazu, landesweit Modelle urbaner Landwirtschaft zu bereisen und zu studieren. Growing Power in Milwaukee, ein Pionier auf diesem Gebiet, war für uns nicht nur eine Quelle der Inspiration, sondern vermittelte uns auch praktische landwirtschaftliche Fähigkeiten. Dort trafen wir Jugendliche aus der Innenstadt, die an Berufsausbildungsprogrammen teilnahmen, in denen Landwirtschaft gelehrt wurde. Dabei wurde uns wieder einmal bewusst, welche heilende, heilende und gemeinschaftsbildende Kraft Lebensmittel haben. Wir erfuhren von Archie's Acres in San Diego, wo Kriegsveteranen, die ins Zivilleben zurückkehren, ganzjährig in der Landwirtschaft ausgebildet werden. Dabei entdeckten wir die Aquaponik, eine hochproduktive Methode, um Fisch und Gemüse in einem geschlossenen Kreislaufsystem zu züchten. Aquaponik faszinierte Chris, und mir wurde klar, dass sie die Fähigkeiten von Menschen mit Autismus perfekt mit den Aufgaben verband, die für den erfolgreichen Betrieb eines Aquaponik-Systems erforderlich sind – wie Überwachung, Präzision und Planung.
Nach dieser Recherche und einer Phase intensiver Planung und Öffentlichkeitsarbeit gründeten Chris und ich letztes Jahr unser Sozialunternehmen Green Bridge Growers. Unsere Spezialität ist der Anbau mit Aquaponik und anderen ganzjährigen Methoden. Diesen Sommer haben wir in Zusammenarbeit mit einer unserer Partneragenturen, Hannah and Friends, ein Gewächshaus-Prototyp gebaut, in dem wir nun frisches Gemüse anbauen und ernten und Schulungsprotokolle entwickeln, um Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten Aquaponik beizubringen.
In unserem Heimatstaat Indiana sind Nutzpflanzen das A und O. Da 90 Prozent unserer Lebensmittel per Lkw von außerhalb kommen, freuen wir uns, zur Versorgung unserer Region mit lokal angebauten Lebensmitteln beizutragen. Sobald wir den Betrieb aufgenommen haben, zählen Restaurants, Lebensmittelhändler und Campus-Gastronomie zu unseren Kunden. Darüber hinaus werden wir unsere Produkte auch direkt auf lokalen Bauernmärkten und in Genossenschaften verkaufen.
Von hier aus ist unser nächster Schritt die Skalierung auf kommerzielle Aquaponik-Gewächshäuser. Jedes von Green Bridge Growers gebaute Gewächshaus schafft fünf Arbeitsplätze für junge Erwachsene mit Autismus und produziert jährlich 20.400 Kilogramm Gemüse. Um dies voranzutreiben, starten wir eine aktuelle Kampagne auf Indiegogo, wo unser Video noch mehr von unserer Geschichte erzählt: http://www.igg.me/at/gbg .
Essen hat große Kraft und Potenzial. Es hat unser Leben wieder ganz gemacht und Chris und anderen Autisten einen Weg zu mehr Inklusion eröffnet. In der Tat ein Platz am Tisch des Lebens.
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